Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung sollen die Ebusco-Anteilseigner einen Sanierungsplan für den niederländischen Elektrobus-Hersteller beschließen.

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung sollen die Ebusco-Anteilseigner einen Sanierungsplan für den niederländischen Elektrobus-Hersteller beschließen.

Bild: © Ebusco

In wenigen Tagen will der angeschlagene niederländische Elektrobus-Bauer Ebusco auf einer außerordentlichen Hauptversammlung einen Sanierungsplan beraten und um eine Kapitalerhöhung werben. Mehrere Abbestellungen belasten das Unternehmen derzeit. Gegen eine davon geht das Unternehmen nun gerichtlich vor.

Ein ungenannt bleibender Kunden hat die Bestellung von 59 Bussen storniert. 45 dieser Busse sind 12-Meter-Modelle, die bereits produziert wurden. Nach Ebusco-Angaben stehen 30 davon zur Auslieferung bereit, zehn befinden sich auf dem Transportweg und fünf kurz vor der Verschiffung in die Niederlande. Derzeit finde eine Gerichtsverhandlung statt, um die Lieferung an den Kunden und die Zahlung zu erwirken.  Der Verlust des Auftrags würde laut Ebusco die Betriebskapitalposition des Unternehmens erheblich belasten.

Bankkonten wurden gepfändet

Darüber hinaus habe der betreffende Kunde vor wenigen Tagen Bankkonten von Ebusco pfänden lassen. Ebusco bemühe sich nach besten Kräften, die Pfändungen so schnell wie möglich aufzuheben.

Bei zwei weiteren Abbestellungen – Connect Bus aus Schweden und die schwedische Tochter von Keolis – habe Ebusco mit beiden Parteien eine Aufhebungsvereinbarung getroffen. Da sich ein großer Teil der Connect-Bus-Bestellung, bestehend aus 47 Bussen, bereits in einem fortgeschrittenen Produktionsstadium befindet, führe Ebusco derzeit Gespräche mit verschiedenen Parteien über den Verkauf dieser bereits produzierten Busse. Keolis Schweden storniert eine Bestellung von 50 Bussen, behält aber eine Option für mindestens 75 Busse, wie im ursprünglichen Vertrag angegeben.

Verzögerungen bei der Auslieferung

Ein Grund für die Abbestellungen dürften massive Verzögerungen bei der Auslieferung sein: Der vergangene Halbjahresbericht von Ende Juli beziffert das Auftragsbuch mit mehr als 1600 Bussen; in den sechs Monaten wurden aber weniger als 100 tatsächlich übergeben.

Ebusco hat nach eigenen Angaben seine Produktion in Erwartung des Ergebnisses der Gerichtsverhandlung und des Abschlusses der geplanten Kapitalerhöhung weitgehend eingestellt. Der Sanierungsplan und die vorgeschlagene Bezugsrechtsemission werden auf der außerordentlichen Hauptversammlung erörtert. Anfang September hatte der Aufsichtsrat von Ebusco mit Christian Schreyer einen neuen Firmenchef ernannt, der die beiden Gründer Peter Bijvelds und Michiel Peters ablöst. Die Aktie, die Ende 2021 bei knapp 30 Euro notierte, wird derzeit unter 60 Cent gehandelt. (wa)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper