Green Navigation, ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für Erneuerbare, hat die Entwicklung einer neuen Onlineplattform angekündigt. Ziel ist es, den Zwischenschritt des Handels zu überwinden und Anbieter und Nachfrager von Biomethan direkt miteinander zu verbinden.
Die Onlinelösung soll helfen, den Absatz und die Beschaffung von Biomethan zu optimieren und neue Handelswege zu erschließen, teilte das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Unna mit.
Der Markt hilft sich selbst
Die Gründung der Plattform gilt auch als Reaktion auf die Insolvenz eines der größten Biomethanversorgers Landwärme zu verstehen. Nach dem Insolvenzantrag des Unternehmens sorgen sich sowohl Biomethanproduzenten als auch die Abnehmer von Biomethan um die Erfüllung ihrer Verträge. Nach ZfK-Informationen stehen auf der Herstellerseite bereits Forderungen an Landwärme in Millionenhöhe.
Im aktuellen Interview mit der ZfK hat der Geschäftsführer Zoltan Elek diesen Umstand bedauert und fügte hinzu: "Wir stehen bereits mit unseren Vorlieferanten im Gespräch und suchen gemeinsam nach Lösungen." Einige von der ZfK befragten betroffenen Unternehmen stimmen dieser Aussage allerdings nicht zu und hätten noch keinen Kontakt mit Landwärme.
Marktstabilisierung als Ziel
Neben dem "Matching" von Biomethan über eine Plattform sollen auch die nachfolgenden Schritte entlang der Wertschöpfungskette berücksichtigt werden. "Unser Ziel ist es, für die erforderlichen Tätigkeiten wie Bilanzkreismanagement, Nachweisführung und Quotenhandel geeignete Partner an Bord zu holen, die genauso wie wir, den ins Wanken geratenen Biomethanmarkt stabilisieren wollen", sagte Vera Schürmann, Geschäftsführerin von Green Navigation.
Die Herausforderung bei der Umsetzung dieser Plattform ist unter anderem, die unterschiedlichen Qualitäten und Eigenschaften von Biomethan auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und vergleichbar zu machen, sagte Schürmann auf ZfK-Anfrage.
Zur Absicherung des Prozesses stehe Andreas Berens von der Biomethan-Maklergesellschaft A Green Trading zur Verfügung. Dieser Kooperationspartner soll sich um die Abstimmung von Preis- und Lieferdetails der Kontrakte kümmern. "Die direkte Verbindung zwischen Anbietern und Nachfragern wird dazu beitragen, Vertrauen und Transparenz zu schaffen", so Berens. (am)



