Bild: © Andreas Hermsdorf/pixelio.de

47 Millionen Menschen leben in Deutschland auf dem Land. Mobilität spielt in ländlichen Regionen eine Schlüsselrolle. Dennoch liegt der Anteil von Bussen und Bahnen am Modal Split in der Fläche bei nur fünf Prozent – zu niedrig, findet der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Im Rahmen der Studie „Deutschland mobil 2030“ hat der Verband ein Wachstumsszenario für die Verkehrswende erarbeitet. Demnach kann der öffentliche Personenverkehr seinen Anteil am Modal Split bis 2030 um ein Drittel ausbauen. Gerade in der Fläche besteht demnach aufgrund des hohen Pkw-Anteils in Kombination mit weiten Entfernungen enormes Potenzial, um Emissionen zu senken und den Verkehr zu verlagern.

ÖPNV will nicht Restverkehr sein

Der ÖPNV soll dabei kein „Restverkehr“ für Zwangskunden sein, sondern ein modernes, integriertes Mobilitätsangebot für Einwohner und Besucher. Dieses Angebot soll sich an sechs Leitplanken orientieren:

  • Flächendeckendes hierarchisches Bahn-Bus-Gesamtsystem mindestens im Stundentakt – mit schnellen, regelmäßigen und aufeinander abgestimmten Bahn- und Busangeboten lassen sich auch auf dem Land beachtliche Fahrgastzuwächse und ein größerer Marktanteil erzielen.
  • Konsequente Orientierung auf Angebot, Anschlüsse und Qualität – Die Nutzung des ÖPNV-Angebots muss so einfach wie möglich sein.
  • Erschließung der Klein- und Mittelstädte – Zur verbesserten Naherschließung auf dem Land können kleinere, verbrauchsarme Fahrzeuge beitragen.
  • Flexible Bedienformen, also On-Demand-Verkehre im Zusammenwirken mit Linienverkehren – reine Kürzungskonzepte, um Busse zu sparen, sind nicht attraktiv.
  • Einfache Zugänglichkeit zum Gesamtsystem bei Haltestellen, Verständlichkeit und Tarif – hohe Haltestellendichte mit kurzen Zugangswegen und einer Feinerschließung nah an den Wohn-, Arbeits- und Freizeitorten der Fahrgäste.
  • Kooperation und Vernetzung – Ehrenamt ist wichtig, regelmäßige und verlässliche Linienverkehre dürfen aber nicht zugunsten von Bürgerbussen, Mitfahrbänken oder privaten Mitfahrgelegenheiten aufgegeben werden. (wa)
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