Das NRW-Verkehrsministerium hat dem Verkehrsunternehmen der Stadtwerke Bonn (SWB Bus und Bahn) einen Förderbescheid in Höhe von rund 500.000 Euro für die Umsetzung des Pilotprojekts Bonnsmart übersendet. Mit Bonnsmart, einem Abrechnungssystem, schafft SWB Bus und Bahn die Möglichkeit zum kontaktlosen und mobilen Bezahlen in den 230 Bussen und 99 Bahnen des Bonner Verkehrsbetriebes.
Anja Wenmakers, Geschäftsführerin SWB Bus und Bahn, dankte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst für das entgegengebrachte Vertrauen in das Projekt. "Mit Bonnsmart gehen wir mit unseren Partnern Postbank, Visa, Scheidt & Bachmann sowie dem Kompentenzcenter Digitalisierung NRW einen nächsten digitalisierten Schritt in Richtung Mobilität der Zukunft. Wir werden mit dem Einsatz dieser Technologie bundesweit zum Vorreiter", erklärte Wenmakers.
Kontaktlos bezahlen mit Kredit- oder Girokarte
Für das kontaktlose Bezahlen werden nun alle Busse und Bahnen mit stationären Prüfgeräten, so genannten Validatoren, an den Haltestangen in den Eingangsbereichen ausgestattet. Vor diese halten die Fahrgäste beim Ein- und Ausstieg ihre funkfähige Kredit- oder Girokarte und übermitteln damit Beginn und Ende einer Fahrt.
Die übermittelten Daten werden dann mittels des Hintergrundsystems FareGo Cloud des Projektpartners Scheidt & Bachmann weitergeleitet, um nach dem Best-Price-Prinzip den günstigsten Fahrpreis für den Fahrgast zu ermitteln und diesen einfach und anonym über die Bankverbindung der Kredit- oder Girokarte abzurechnen.
Auch der Zeitplan könnte profitieren
"Unsere Kunden können also einfach einsteigen und losfahren – ohne Tarifwissen, ohne Bargeld und ohne ein Ticket kaufen zu müssen", so Wenmakers. Ein attraktives Serviceangebot von SWB, das auf viele Neukunden hoffen lässt. Für den täglichen SWB-Betrieb liegen die Vorteile ebenfalls auf der Hand: Zum Beispiel müssten die Busfahrer seltener Tickets verkaufen, was wiederum zu kürzeren Haltestellenstandzeiten und mehr Pünktlichkeit bei den Linien führt.
Umgesetzt und erprobt wird Bonnsmart im ersten Halbjahr 2020. In einem ersten Schritt werden dazu alle Fahrzeuge mit den Validatoren ausgestattet und die notwendigen Hintergrundsysteme aufgesetzt. Im späteren Verlauf des Jahres soll das System auch für registrierte NFC-fähige Kundenkarten (Near Field Communication = Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten über elektromagnetische Strahlen) wie Girocards oder Payback-Karten nutzbar sein.
Weitere Anbindungsmöglichkeiten
Darüber hinaus bieten sich viele weitere Möglichkeiten zur digitalen Anbindung von BONNsmart, zum Beispiel die SWB-Mobilitätsplattform BONNmobil oder SWB-Ladesäulen. Die geplanten Gesamtkosten für das Pilotprojekt belaufen sich auf rund 2.570.000 Euro. (pm)



