Ein Pilotprojekt zum autonomen Fahren auf dem Gelände der Berliner Charité.

Ein Pilotprojekt zum autonomen Fahren auf dem Gelände der Berliner Charité.

Bild: © Wolfgang Kumm/dpa

Von Hanna Bolte

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert Zuschüsse in Höhe von drei Milliarden Euro für das autonome Fahren. Der öffentliche Verkehr auf der Straße stehe vor dem nächsten großen Schritt der Transformation, teilte der VDV mit. Es sei nun an der Bundesregierung, ihre dafür angekündigte Unterstützung umzusetzen.

Das heißt: einen Modernisierungspakt zu starten, erhöhte Regionalisierungsmittel zur Verfügung zu stellen und den Fokus auf das autonome Fahren zu legen. VDV-Präsident Ingo Wortmann betonte: "Autonomes Fahren für derzeit 48 Millionen Pkw löst unser Verkehrs- und Flächenproblem nicht – nur der ÖPNV kann mit seinem Bündelungseffekt tragfähige Zukunftslösungen herbeiführen." Die Branche stehe dafür bereit, so Wortmann.

Bundesweite Strategie gefordert

Es gibt bereits jetzt verschiedene Pilotprojekte zum autonomen Fahren. Laut dem VDV fehle jedoch bislang eine bundesweit koordinierte, langfristig finanzierte Strategie sowie ein durch öffentliche Mittel unterstützter Markthochlauf, um Deutschland als Technologieführer in diesem Bereich zu etablieren.

Um das im Koalitionsvertrag festgehaltene Versprechen erreichen zu können, hat der Verband jetzt einen Finanzierungsplan vorgelegt. Dieser sieht zunächst eine Anschubfinanzierung in Höhe von einer Milliarde Euro und im weiteren Verlauf zwei weitere Milliarden Euro vor. Die Koalitionsparteien möchten Deutschland "zum Leitmarkt für autonomes Fahren" machen und kündigten an, mit den Ländern Modellregionen entwickeln und mitfinanzieren zu wollen.

Das Geld soll für die Integration in gemischte Flotten, den Ausbau von Betriebshöfen und die Einrichtung von Leitstellen genutzt werden. "Mit dieser Anschubfinanzierung von drei Milliarden Euro kann die Transformation vom Pilotprojekt zum Regelbetrieb gelingen", erklärt Wortmann und ergänzt: "Deutschland war nie schlecht darin, Schlüsseltechnologien zu entwickeln, das gilt auch fürs autonome Fahren – aber wir sind hier zu zögerlich bei der Markteinführung. Jetzt brauchen wir entschlossene Schritte."

Erste Bedingungen bereits erfüllt

Auch Oliver Wolff, Hauptgeschäftsführer des VDV, ist der Ansicht, dass der ÖPNV bereit für das autonome Fahren ist. Durch politische Entscheidungen in der Vergangenheit, wie die PBefG-Novelle 2021 seien die gesetzlichen Voraussetzungen für den On-Demand-Betrieb und das autonome Fahren geschaffen worden. Nun müsse man die nötigen Bedingungen für Skalierung, Standardisierung und sichere Inbetriebnahme umsetzen.

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