Die Branchenverbände verweisen darauf, dass die Flächenpotenziale in der Nord- und Ostsee für den Ausbau der Offshore-Windenergie noch längst nicht ausgeschöpft seien. Auch gebe es in erheblichem Umfang freie Netzkapazitäten.

Die Branchenverbände verweisen darauf, dass die Flächenpotenziale in der Nord- und Ostsee für den Ausbau der Offshore-Windenergie noch längst nicht ausgeschöpft seien. Auch gebe es in erheblichem Umfang freie Netzkapazitäten.

Bild: © Matthias Ibeler

Schluss mit dem politischen Stillstand, fordert die Windkraftbranche, vertreten durch VDMA, Arbeitsgemeinschaft Offshore Windenergie (AGOW), Windenergie Agentur (WAB), Bundesverband Windenergie (BWE). Während die Offshore-Projektierer liefern und der Ausbau von Windenergie auf See bis 2020 nach Plan läuft, lässt die Bundesregierung mit dem Beschluss des sogenannten 100-Tage-Gesetzes seit Monaten auf sich warten.

Die Institutionen fordern die Bundesregierung auf, „nach der Sommerpause unverzüglich den Sonderbeitrag Offshore-Wind zu beschließen. Ansonsten können die selbstgesteckten Klimaziele nicht erreicht werden.“ Bis zum Jahr 2030 sollen 65 Prozent der deutschen Stromversorgung über erneuerbare Energie gedeckt werden – aus Sicht der Offshore-Branche kann dies allerdings nur erreicht werden, wenn die Ausbauziele angehoben werden und die Sonderausschreibungen zügig umgesetzt werden.

15-GW-Ziel muss  verdoppelt werden

Noch immer ist nicht klar, ob und wann die Regierung die im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen für Solarstrom und Windkraft an Land realisiert. Jeweils vier GW sollten für PV- und Onshore-Anlagen bis 2020 ausgeschrieben werden. Im Fall von Offshore-Projekten sollte ebenfalls eine baldige Weichenstellung erfolgen, um zusätzliche Ausschreibungen in den nächsten beiden Jahren einführen zu können. Die Branchenvertreter schlagen mindestens 1,5 GW Gesamtvolumen für die Nord- und Ostsee vor, die über freie Netzanschlusskapazitäten umgesetzt werden können.

Bis 2035 müssen mindestens 30 GW an Offshore-Leistung installiert werden. Das bestehende Ausbauziel von lediglich 15 GW bis 2030 werde dem 65-Prozent-Ziel nicht gerecht. Hinzu kommen die jüngsten Beschlüsse auf EU-Ebene, die den Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch der Union mittelfristig auf 32 Prozent fixieren wollen. 

Planungssicherheit für Jobgarantie

Doch nicht nur für den Klimaschutz braucht es endlich konkrete Ansagen von Seiten der Politik, auch die Hersteller, Zulieferer, Betreiber und Investoren brauchen Planungssicherheiten. Immerhin hängen mehr als 27 000 Arbeitsplätze an der Branche.

Die Windbranche ist in jedem Fall bereit, nach Höherem zu streben: Zum Ende des ersten Halbjahres 2018 speisten insgesamt 1169 Anlagen mit einer Leistung von 5387 MW in das Netz ein. Fünf Projekte mit einem Volumen von 1944 MW befinden sich noch im Bau. Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich rund 1000 MW ans Netz gehen.

Netzausbau als Chance

Nicht zuletzt muss auch der Netzausbau in Deutschland beschleunigt werden, appelliert die Branche.  Die Energiewende hängt im Wesentlichen vom Ausbau der großen Übertragungsnetze ab. Allerdings kann auch die Optimierung von Netzen eine Möglichkeit sein, den Ausbau von regenerativen Energien zu beschleunigen. (ls)

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