Kerstin Andreae: Chefin des Energiewirtschaftsverbandes BDEW. (Archivbild)

Kerstin Andreae: Chefin des Energiewirtschaftsverbandes BDEW. (Archivbild)

Bild: © Thomas Trutschel/Photothek/BDEW

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und wie in jedem Dezember zieht Deutschlands größter Energiewirtschaftsverband BDEW die Bilanz des Energiejahres 2025. Im dazugehörigen Jahresbericht "Energieversorgung 2025" können auf knapp 60 Seiten unter anderem Kennzahlen aus den Bereichen Wärme, Gas und Strom eingesehen werden.

Während der BDEW prognostiziert, dass das Jahr 2026 zum Schlüsseljahr der Energiepolitik wird, lohnt es sich, kurz vor dem Jahreswechsel nochmals einen Blick zurückzuwerfen. Bei der Lektüre des Jahresberichts springen vor allem die Investitionen in den Blick. Gerade im Bereich der Netzinfrastruktur sind diese 2025 deutlich gestiegen. Die Investitionen der Energieversorger auf einen Blick.

Zweitgrößter Investor im Industriebereich

Im Industriebereich investieren nur die Fahrzeugbauer mehr als die deutschen Strom- und Gasversorger, wie es im Bericht heißt. Der größte Teil floss in diesem Jahr in den Ausbau der Stromnetze. Insgesamt eine Rekordsumme nach Einschätzung des BDEW.

Im Vergleich zum Vorjahr investierten Stromversorger rund ein Drittel mehr – insgesamt lagen die Ausgaben laut Planungsstand Oktober 2025 bei 40,8 Milliarden Euro. Der Großteil davon entfiel auf Projekte im Netzbereich. Bei den Erzeugungsanlagen lag der Zuwachs an Investitionen ebenfalls bei rund einem Drittel. 

Immense Investitionssteigerung

In den kommenden beiden Jahren werden laut der vom BDEW veröffentlichten Prognose etwas weniger Investitionen auf den Bereich der Erzeugeranlagen entfallen. Die Investitionen in Stromnetze werden hingegen nochmals deutlich steigen. Insgesamt wird für 2026 ein Investitionsplus von vier Milliarden Euro erwartet. Im darauffolgenden Jahr sollen noch mal 1,8 Milliarden Euro hinzukommen.

Blickt man auf die letzten Jahre zurück, zeigt sich, dass die Investitionen bei Stromversorgern immens gestiegen sind. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 lagen diese bei 11,3 Milliarden Euro – also um über 70 Prozent niedriger als 2025.

Gasversorger konnten Investitionen 2025 steigern

Die deutsche Gaswirtschaft investierte 2025 knapp 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Großteil der Investition entfiel auf Ausbau und Instandsetzung der Rohrnetze – rund dreiviertel. Damit setzt sich das Bild aus den Vorjahren fort. Im laufenden Jahr wurde weniger in Biogasanlagen, Speicherung und Aufschlussbohrungen investiert als im Vorjahr.

Für das kommende Jahr prognostiziert der BDEW bei den Gasversorgern eine Steigerung der Investitionen. Insgesamt soll eine Milliarde Euro mehr investiert werden. Im darauffolgenden Jahr soll das Investitionsvolumen wieder leicht fallen. In den letzten zehn Jahren wurde im Gasbereich nie mehr investiert als im Jahr 2025.

Zehn Prozent aufwuchs im Fernwärme/-kältebereich

Im Wärmebereich wurde 2025 ebenfalls mehr investiert. Die Versorger gaben knapp drei Millionen Euro mehr aus als noch im Vorjahr – die im BDEW-Bericht aufgelistete Gesamtsumme von 3,3 Milliarden Euro steht den Angaben zufolge jedoch noch unter Vorbehalt. Damit setzt sich die seit 2016 bestehende Steigerung der Investitionen fort.

Bei den Fernwärme/-kältenetzen zeigt sich, gemessen an der Netzlänge, der stärkste Ausbau. Um über drei Prozent wurde das Netz im Jahr 2025 verlängert und kommt nun auf eine Gesamtlänge von 38.850 Kilometern.

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