Die gute Nachricht für Bund und Branche: Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) wirkt. Seit Programmbeginn im September 2022 bis Anfang Juni 2026 gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) 5760 Anträge ein.
Die schlechte Nachricht: Die Schere zwischen eingereichten und bewilligten Anträgen ist deutlich auseinandergegangen. Nach eigenen Angaben bewilligte das Bafa bis Anfang Juni mehr als 3700 Anträge. Damit befinden sich rund 2000 Anträge in der Warteschleife. Aus den Zahlen geht nicht hervor, wie viele Anträge zurückgezogen oder vom Bafa verworfen wurden.
Rückstau-Verdopplung seit Juni 2025
Die ZFK hat seit 2024 in regelmäßigen Abständen nachgefragt, wie viele BEW-Anträge eingereicht und bewilligt wurden. Im Juni 2024 lag die Antragslücke bei rund 400, im Juni 2025 schon bei nahezu 1000 und im Dezember 2025 schließlich bei rund 1500.
Das Bafa stellte Anfang April dieses Jahres die Förderung von Transformationsplänen im Modul 1 ein. Um noch von der Förderung zu profitieren, stiegen die Antragszahlen im März auf ein Rekordhoch. 914 Anträge zählte die Bundesbehörde. 871 davon entfielen auf Modul 1.
Der Ansturm sei deshalb so groß gewesen, "weil Transformationspläne für viele Wärmenetzbetreiber die strategische Grundlage für den langfristigen Umbau ihrer Netze darstellen", erläuterte Marco Ohme, Geschäftsführer der BBH Engineering, auf Anfrage. "Ohne diese Förderung fehlen gerade kleineren Akteuren häufig finanzielle Mittel, um die komplexen Planungs- und Konzeptionsleistungen überhaupt anzustoßen."
Auch das Fördervolumen stieg sprunghaft. Im März wurden rund 452 Millionen Euro beantragt. Das entsprach einem Plus von knapp 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Meiste BEW-Anträge aus Bayern
Zum Schluss noch zur Verteilung der Anträge nach Bundesländern. Mehrere Grünen-Bundestagsabgeordnete hatten dies im Mai in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung abgefragt. Die Daten umfassen den Zeitraum September 2022 bis Dezember 2025.
Demnach stammten die mit Abstand meisten BEW-Anträge aus dem größten Flächenland Deutschlands: Bayern. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen landete hinter Baden-Württemberg auf Platz drei. Die wenigsten Anträge kamen aus dem Saarland.
In absoluten Zahlen ist auch der Rückstau bei bayerischen Anträgen am größten. In der Warteschleife befand sich jeweils mehr als die Hälfte der BEW-Anträge aus Berlin, Hamburg und dem Saarland.
Mehr als drei Viertel der Anträge waren dagegen in Sachsen-Anhalt bewilligt. In Bayern und Baden-Württemberg waren zumindest noch mehr als 70 Prozent der Anträge bereits bewilligt.
Zahlen lieferte die Bundesregierung außerdem zum BEW-Fördervolumen. Als einziges Bundesland knackte Bayern die Milliarden-Marke. Demgegenüber lag das Fördervolumen saarländischer BEW-Anträge bei drei Millionen Euro und in Thüringen bei zwölf Millionen Euro.





