Klaus Müller wechselt zur Bundesnetzagentur.

Klaus Müller wechselt zur Bundesnetzagentur.

Bild: © Gert Baumbach/vzbv

Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, soll neuer Chef der Bundesnetzagentur werden. Das bestätigte der Vorsitzende des Beirates der Behörde, der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD), in einer Pressemitteilung.

Er habe Müller als klugen und hervorragend vernetzten Kopf erlebt. Er kenne das politische Parkett ausgezeichnet, wisse eine Behörde zu führen. Er sei der richtige Kandidat, um beide Ziele zu verwirklichen: Die Umsetzung von Klimaschutz und Energiewende ebenso wie die Digitalisierung.

Klimaschutz- und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die wahrscheinliche Ernennung von Müller begrüßt. Er sei ein überzeugter Befürworter der Energiewende, der den Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze mit großem Engagement und klarem Kurs forcieren werde. Die Bundesnetzagentur sei eine wichtige Akteurin, um Planungsprozesse zu beschleunigen und auf CO2- und Kosteneffizienz zu achten.

Der mit Vertretern des Bundestags und des Bundesrats besetzte Beirat der Bundesnetzagentur will den Personalvorschlag der Bundesregierung unterbreiten. Müller soll damit Nachfolger des bisherigen Amtsinhabers Jochen Homann werden, der Ende Februar aufhört.

Schlüsselfunktion für die Energiewende

Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn hat wichtige Befugnisse zum Beispiel für die Strom- und Gasmärkte sowie bei der Telekommunikation. Sie hat umfangreiche Aufgaben auch beim Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende.

Klaus Müller (50) ist Diplom-Volkswirt, war von 1998 bis 2000 Mitglied des Deutschen Bundestags, von 2000 bis 2005 Mitglied der Landesregierung Schleswig-Holstein, von 2005 bis 2006 Mitglied des schleswig-holsteinischen Landtages, von 2006 bis 2014 Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und ist seit 2014 Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes und seit 2021 Präsident des Europäischen Verbraucherverbandes BEUC. Müller ist Grünen-Mitglied.

H2: Kosten nicht auf die Verbraucher umlegen

Als Chef der Verbraucherzentrale kritisierte Müller unter anderem, dass die Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien von der EEG-Umlage befreit werden sollte. Er machte sich dafür stark, dass der vergünstigte Strompreis zur Herstellung von grauem und grünem Wasserstoff nicht über die Besondere Ausgleichsregelung der EEG-Umlage zu Lasten der privaten Verbraucher finanziert werden sollte, sondern durch Steuern. Damit vertrat er eine andere Position als die Stadtwerke-Branche.

Lies will die Personalie dem Beirat in seiner Sitzung am kommenden Montag (24. Januar) vorstellen und ihn dem Gremium für eine Sondersitzung im Februar zur Wahl vorschlagen. (amo/mit dpa)

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