Dass der Strombörsenpreis am 1. Mai zeitweise auf fast minus 500 Euro pro Megawattstunde (MWh) fiel, zugleich aber ein großer Teil des Solarstroms weiterhin staatlich vergütet wurde, lässt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) offenkundig nicht los – zumal Deutschland am selben Tag erhebliche Strommengen ins Ausland exportierte oder abregelte. "Es gibt keine Branche der Welt, die sich vergüten lässt für ein Produkt, das weggeworfen wird", sagte Reiche beim CDU-Wirtschaftsrat. "Da muss ein Schlussstrich gezogen werden."
Auch auf dem BDEW-Kongress verwies Reiche auf den 1. Mai – und führte ihn als Beleg dafür an, die Einspeisevergütung für neue Photovoltaik-Kleinanlagen zu beenden. Führende SPD-Energiepolitiker wollen das verhindern.
Doch wie kostenintensiv ist die Förderung erneuerbarer Energien wirklich? Seit Mittwoch liegen die EEG-Kosten zum gesamten Mai vor. Demnach wurden rund zwei Milliarden Euro an Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen überwiesen. Das ist bislang der höchste Monatswert in diesem Jahr. Er ist aber im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen kein Ausreißer. Im Mai 2025 wurden knapp zwei Milliarden Euro ausgezahlt. Im Mai 2024 waren es sogar mehr als zwei Milliarden Euro.
EEG-Förderung: Mai besonders kostenintensiv
Traditionell gerät das EEG-Konto, über das die Einnahmen und Ausgaben nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verrechnet werden, im Mai besonders unter Druck. Zu den Kostentreibern zählen dabei häufig Feiertage – in diesem Jahr fielen gleich drei davon in den Mai.
An Feiertagen sinkt in der Regel der Stromverbrauch. Scheint tagsüber die Sonne und weht dazu noch Wind, kann es schnell zu einem Überangebot an Strom kommen, der sich in negativen Preisen ausdrückt. Die Lücke zwischen Marktpreis und Vergütungssatz ist dann besonders hoch.
Moderate Negativpreise an Pfingsten
Im Gegensatz zum 1. Mai blieben die negativen Strompreise an Christi Himmelfahrt und am Pfingstwochenende diesmal allerdings moderat. Die EEG-Kosten sind auch deshalb ein Politikum, weil sie den Bundeshaushalt jedes Jahr mit einem niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag belasten. Auch in diesem Jahr sind die EEG-Kosten der größte Ausgabenposten im Strombereich.
Allein im Mai überwies der Bund mehr als drei Milliarden Euro auf das EEG-Konto. Dem standen diesmal jedoch Zahlungen der Übertragungsnetzbetreiber an den Bund in Höhe von eineinhalb Milliarden Euro gegenüber. Insgesamt sank das EEG-Kontoguthaben. Es betrug Ende Mai rund 900 Millionen Euro.
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Noch vor der Bundestagswahl 2025 verabschiedete ein Bündnis aus Union, SPD und Grünen ein sogenanntes Solarspitzengesetz, das die Vergütungsregeln für neue Photovoltaikanlagen verschärfte. In diesem Jahr wollen Union und SPD das EEG grundlegend reformieren und Vorgaben aus dem EU-Strommarktpaket umsetzen. Reiche will das Vorhaben noch vor der Sommerpause durch das Bundeskabinett bringen. Bis dahin muss sie sich aber noch mit der SPD einigen.



