Baden-Württembergs größter Energiekonzern EnBW will bereits 2028 aus der Kohle aussteigen. Das teilte das Unternehmen auf seiner diesjährigen Bilanzpressekonferenz mit. Bislang hatte der Versorger ein Ende der Kohleverstromung bis spätestens 2035 angestrebt. Zu diesem Zeitpunkt will EnBW auch insgesamt klimaneutral sein.
Der Vorstandsvorsitzende Andreas Schell nahm dabei auch die Politik in die Pflicht. Bedingungen seien der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Umbau der Netze, sagte er. Wann genau welches Kraftwerk abgeschaltet werde, werde in den nächsten Wochen und Monaten mit den Partnern besprochen.
Reihe von Kohlekraftwerken
Laut Homepage betreibt EnBW Steinkohlekraftwerke bei Esslingen und Ludwigsburg sowie in Heilbronn, Karlsruhe und Stuttgart. Dazu kommen Beteiligungen am Braunkohlekraftwerk Lippendorf sowie an den Steinkohlekraftwerken Mannheim und Rostock.
Bei den Meilern in Heilbronn und Stuttgart sowie bei Esslingen sind Brennstoffwechsel hin zu Gas geplant. Das Kraftwerk bei Ludwigsburg befindet sich bereits in der Reserve.
Abschied von russischer Kohle
Der ältere Steinkohleblock in Karlsruhe sollte Mitte 2022 vom Netz gehen, lief aber vor dem Hintergrund der Energiekrise vorerst weiter. Für den 2014 in Betrieb genommenen Block acht gab es dagegen bislang noch keinen konkreten Ausstiegsplan.
Hatte EnBW nach eigenen Angaben im Jahr 2021 noch mehr als 80 Prozent seiner Kohle aus Russland bezogen, sank dieser Anteil bis Mitte des vergangenen Jahres auf null. Stattdessen kaufte der Konzern den Brennstoff vor allem in Nordamerika und Südafrika ein.
Neckarwestheim geht vom Netz
Deutlich früher schließt EnBW den Kernkraftausstieg ab. Der letzte Meiler Neckarwestheim 2 geht Mitte April vom Netz. Auf Nachfrage sagte Schell, dass der Punkt überschritten sei, über eine erneute Verlängerung der Laufzeit nachzudenken. Er verwies auf umfangreiche Planungen beim Rückbau. (aba)


