Von links: Benedikt Merkel, Rechnungsamtsleiter Stadt Kandern, Johannes Kirchherr, Badenova Netze, Simone Penner, Bürgermeisterin Stadt Kandern, Marco Prinzbach, Rechnungsamtsleiter Stadt Neuenburg am Rhein, Jan Kircher, Kfm. GF Badenova Netze, Dirk Hauser, Badenova Netze, Julie Bürkle-Weis, Techn. GF Badenova Netze, Andreas Schneucker, Bürgermeister Gemeinde Binzen, Christian Iselin, Bürgermeister Gemeinde Schallbach, Jochen Debus, Leitung Kommunalmanagement, Carolin Holzmüller, Bürgermeisterin Gemeinde Efringen-Kirchen, Oliver Friebolin, Bürgermeister Gemeinde Eimeldingen, Axel Moick, Bürgermeister Gemeinde Fischingen

Von links: Benedikt Merkel, Rechnungsamtsleiter Stadt Kandern, Johannes Kirchherr, Badenova Netze, Simone Penner, Bürgermeisterin Stadt Kandern, Marco Prinzbach, Rechnungsamtsleiter Stadt Neuenburg am Rhein, Jan Kircher, Kfm. GF Badenova Netze, Dirk Hauser, Badenova Netze, Julie Bürkle-Weis, Techn. GF Badenova Netze, Andreas Schneucker, Bürgermeister Gemeinde Binzen, Christian Iselin, Bürgermeister Gemeinde Schallbach, Jochen Debus, Leitung Kommunalmanagement, Carolin Holzmüller, Bürgermeisterin Gemeinde Efringen-Kirchen, Oliver Friebolin, Bürgermeister Gemeinde Eimeldingen, Axel Moick, Bürgermeister Gemeinde Fischingen

Bild: © Badenova

Nach jahrelangem Rechtsstreit haben die Netztöchter von Naturenergie und Badenova eine einvernehmliche Lösung im Konzessionsstreit um die Stromnetze im Kandertal erzielt. Die Einigung beendet einen der bizarrsten Netzübergabekonflikte der vergangenen Jahre und ebnet den Weg für einen strukturierten Betreiberwechsel.

Konkret sieht die Vereinbarung vor, dass Naturenergie Netze die Netzinfrastruktur zum 1. Januar 2027 an Badenova Netze übergibt. Während einer einjährigen Übergangsphase betreibt Naturenergie das Netz im Pachtmodell weiter. Die vollständige operative Betriebsübernahme durch Badenova ist zum 1. Januar 2028 geplant. Dieses zweistufige Modell soll einen geordneten Übergang sicherstellen und die Versorgungssicherheit für die rund 25.000 Bürgerinnen und Bürger in den zehn Gemeinden gewährleisten.

Die Vorgeschichte des Konflikts reicht fast ein Jahrzehnt zurück. Die Gemeinden – Binzen, Efringen-Kirchen, Eimeldingen, Fischingen, Inzlingen, Kandern, Neuenburg-Steinenstadt, Rümmingen, Schallbach und Wittlingen – hatten ihre Stromkonzessionen bereits Ende der 2010er Jahre neu ausgeschrieben. Badenova ging als Sieger des Verfahrens hervor.

Gemeinsame Lösung gefunden

Doch der bisherige Netzbetreiber aus dem EnBW-Konzern, damals noch Energiedienst, heute Naturenergie Netze, weigerte sich, die Netze herauszugeben. Juristische Auseinandersetzungen vor Landgericht und Oberlandesgericht folgten, ohne dass eine endgültige Lösung erzielt werden konnte. Im April 2025 hatte Badenova Netze schließlich eine Stufenklage eingereicht, um zunächst technische Auskünfte zur Netzstruktur und anschließend die tatsächliche Netzübergabe gerichtlich durchzusetzen.

Nun haben sich beide Unternehmen außergerichtlich geeinigt. "Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen haben wir nun eine gemeinsame Lösung gefunden", sagte Dirk Satur, Vorstand bei Badenova. Die Einigung schaffe die Voraussetzung für notwendige Investitionen in eine sichere und zukunftsweisende Energieinfrastruktur. Badenova hatte im Konzessionsverfahren weitreichende Zusagen gemacht: Das Unternehmen geht für die kommenden Jahre von einer Vervierfachung der Bezugsleistung und einer Verneunfachung der Einspeisung aus – Planungsgrößen, die ohne einen geregelten Betreiberwechsel kaum umsetzbar gewesen wären.

Klaus Müller, Mitglied der Naturenergie-Geschäftsleitung, erklärte, die erzielte Verständigung und die nun auf den Weg gebrachten Verträge ermöglichten es, den Blick wieder nach vorne zu richten. Im Rahmen der Übergangspacht sichere Naturenergie das operative Tagesgeschäft und gewährleiste eine verlässliche Versorgung bis zur vollständigen Betriebsübernahme. Beide Unternehmen wollen die künftige Zusammenarbeit partnerschaftlich gestalten und auf einen konstruktiven und vertrauensvollen Austausch setzen.

Bürgermeister Andreas Schneucker aus Binzen, der im Dezember 2024 noch öffentlich Kritik an Naturenergie Netze geübt hatte, begrüßte das Ergebnis: Der langjährige Streit habe die beteiligten Kommunen stark beschäftigt. "Dass nun eine Einigung erzielt wurde und die jahrelange Unsicherheit endet, ist eine sehr gute Nachricht für die Gemeinden." Die Klarheit schaffe eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der Region.

Eher ungewöhnlich an dieser Auseinandersetzung war unter anderem die Tatsache, dass die Härte, mit der dieser Konzessionsstreit ausgefochten wurde, damit kontrastierte, dass Badenova und Naturenergie bei anderen Themen durchaus eng und erfolgreich zusammenarbeiten.

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