Die Energieforschung hat 2017 mehr Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. Noch dieses Jahr soll eine Neufassung des Programms aufgelegt werden.

Die Energieforschung hat 2017 mehr Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. Noch dieses Jahr soll eine Neufassung des Programms aufgelegt werden.

© Gordon Gross/pixelio.de

Bereit seit über 40 Jahren fördert die Bundesregierung die Erforschung und Entwicklung von Energiethemen. Lag der Fokus in den Anfängen rein auf einer sicheren Grundversorgung, geht es in der mittlerweile sechsten Auflage, die 2011 in Kraft getreten ist, hauptsächlich um das Voranbringen der Energiewende.

Die Investitionen der Koalitionsparteien in die Energieforschung sind seit 2006 kontinuierlich gestiegen. Wo anfänglich rund 400 Mio. Euro für zeitlich begrenzte Projekte und große, längerfristige Forschungsgemeinschaften zur Verfügung standen, flossen vergangenes Jahr rund 1,01 Mrd. Euro. Damit wurde das Budget im Vergleich zum Jahr 2016 um rund 124 Mio. Euro aufgestockt.

Energieeffizienz maßgeblich für niedrigeren Verbrauch

Mit etwa 80 Prozent wurde ein Großteil der Gelder für die Forschung zu erneuerbaren Energien und zur Energieeffizienz eingesetzt. „Das verdeutlicht den hohen Stellenwert von Innovationen für den erfolgreichen Umbau der Energieversorgung“, erklärte die Bundesregierung. Ein Blick auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaftskraft und des Energieverbrauchs gibt den Regierenden Recht: Zwischen 1990 und 2010 ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf um fast 30 Prozent gestiegen, jedoch ohne höheren Energieeinsatz. Für CDU, CSU und SPD sei das eindeutig auf Effizienzmaßnahmen zurückzuführen.

Im sechsten Energieforschungsprogramm wurde deshalb verstärkt auf systemorientierte und thematisch übergreifende Forschungsansätze gesetzt. Ein Beispiel hierfür ist die Förderinitiative „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“. Damit der Primärenergiebedarf im Gebäudebereich bis 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 sinkt, wurden nur für dieses Modul 150 Mio. Euro bereitgestellt.

Verbände, Unternehmen und Forscher bei Neuauflage einbezogen

Aktuell ist das siebte Energieforschungsprogramm in Arbeit. Schon jetzt steht fest: Die Trends der Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung sollen enger miteinander verzahnt und ressortübergreifende Ansätze, wie die intelligente Sektorkopplung, weiter ausgebaut werden. Zudem wird auch die gesamte Kette von der Grundlagenforschung über die anwendungsnahe Forschung bis zur Markteinführung stärker verfolgt.

Für die Erarbeitung der Neuauflage wurde bereits im Herbst 2016 ein breiter Beteiligungsprozess für Vertreter der Industrie und Wissenschaft gestartet. Auch die aktuell Forschenden wurden in die Novellierung einbezogen. Im Rahmen der 2000 Mitglieder starken Forschungsnetzwerke Energie konnten sie Feedback zur bisherigen Förderung abgeben. Noch dieses Jahr soll die siebte Fassung von der Bundesregierung verabschiedet werden, dann kommen zu den bislang 17 300 realisierten Projekten wieder ein paar mehr hinzu. (ls)

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