VKU-Präsident Ulf Kämpfer

VKU-Präsident Ulf Kämpfer

Bild: © Lh Kiel – Pepe Lang

Beim vieldiskutierten Heizungstausch mahnt die Kommunalwirtschaft auch die Nutzung kommunaler Wärmepläne an. "Die Wärmewende ist überfällig und sie muss auch wirklich mit beherzten Schritten angegangen werden", sagte der Präsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ulf Kämpfer, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. In solchen Wärmeplänen legen Kommunen eine Strategie zur klimafreundlichen Umgestaltung ihrer Wärmeversorgung fest.

"Die Zielrichtung der Bundesregierung ist die richtige, das Tempo ist das richtige", sagte Kämpfer. «"llerdings muss das alles noch flexibler gestaltet werden, und der Umstieg muss bezahlbar bleiben." Eine wichtige Rolle spiele dabei der Anschluss von mehr Haushalten an Nah- und Fernwärme.

Übergangslösungen, Provisorien, Härtefallregeln

Ein Gesetzentwurf aus dem Haus von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sieht vor, dass ab 2024 neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Dies könnte de facto auf ein Verbot neuer Öl- und Gasheizungen hinauslaufen. Nach Habecks Angaben sind jedoch Übergangslösungen, Provisorien und Härtefallregeln vorgesehen. Das Vorhaben ist innerhalb der Ampel umstritten, erwartet wurde, dass sich der Koalitionsausschuss an diesem Sonntagabend auch damit befasst.

Ohne eine Umstellung der noch vorwiegend mit fossiler Energie betriebenen Heizungen sei das Ziel Deutschlands bis 2045 klimaneutral zu werden - also nicht mehr Treibhausgase auszustoßen als wieder aufgenommen werden können - nicht zu schaffen, betonte Kämpfer (SPD), der auch Oberbürgermeister in Kiel ist. "Wenn die Leute noch zehn weitere Jahre Erdgas- und Ölheizungen einbauen, dann wird das nichts."

Für Ölheizungen endgültiges Aus definieren

Fern- und Nahwärmenetze machen Abwärme etwa aus Industrieanlagen nutzbar zum Heizen von Häusern und Wohnungen. Wo es Pläne zum Bau dieser Netze gebe, könne der Heizungstausch oder die Umrüstung auch flexibler gestaltet werden, argumentierte Kämpfer - ebenso, wenn es eine Perspektive zur Nutzung von Wasserstoff oder Biomethan gebe. Gasheizungen könnten hier unter Umständen umgerüstet werden. Kunden müssten dann nicht in eine Wärmepumpe investieren. Bei Ölheizungen sei hingegen keine klimaneutrale Alternative in Sicht. "Da muss man sich jetzt mal trauen eine Frist zu nennen, und dann gilt das."

Es brauche noch vor der Sommerpause ein Gesetz, das kommunale Wärmeplanungen verpflichtend mache, forderte Kämpfer. Er gehe davon aus, dass bis 2026 oder 2027 viele Kommunen ihre Pläne fertig gestellt haben könnten, einige haben es demnach schon getan. (dpa/hil)

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