Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und sein kabinett haben kurz vor der Landtagswahl noch den Rahmen für die kommunale Wärmeplanung in Thüringen geschaffen.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und sein kabinett haben kurz vor der Landtagswahl noch den Rahmen für die kommunale Wärmeplanung in Thüringen geschaffen.

Bild: © Hannes P. Albert/dpa

Bevorstehende Landtagswahlen mit ungewissem Ausgang können Gesetzgebungsprozesse bisweilen ganz schön beschleunigen. Das lässt sich derzeit auch in Thüringen beobachten, wo am 1. September gewählt wird.

Schon jetzt steht fest, wie das vom Bundestag beschlossene Wärmeplanungsgesetz in Thüringen umgesetzt werden soll. Bereits im Juni wurde das entsprechende Landesgesetz verabschiedet. Am Dienstag beschloss das Kabinett nun auch eine Verordnung, die den finanziellen Rahmen absteckt und damit Planungssicherheit schaffen soll. Damit ist der Freistaat nach eigener Aussage bundesweiter Vorreiter.

Geld für Bestandsanalyse bis Umsetzungsstrategie

Die Landesregierung rechnet nach eigenen Angaben mit Gesamtkosten von etwa 50 Millionen Euro bis 2028. Das Geld soll aus dem Haushalt des Energieministeriums kommen. Damit sollen Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Zielszenarien, Umsetzungsstrategie und Öffentlichkeitsbeteiligung umgesetzt werden.

Nach Abschluss der Wärmeplanung will die Regierung die tatsächlichen Kosten mit einer sogenannten Spitzabrechnung ermitteln, so dass jede planungsverantwortliche Stelle genau die finanziellen Mittel erhält, die sie benötigt.

Jährliche Zuweisung von 10 Mio. Euro

Für Personal, externe Gutachten und Beteiligungsprozesse ab Oktober 2024 sollen die Kommunen ab Oktober 2024 eine jährliche Zuweisung erhalten.

In diesem Jahr sollen es sieben Millionen Euro sein, ab 2025 dann gut zehn Millionen Euro jährlich.

Nur zwei Städte mit über 100.000 Einwohnern

Prinzipiell haben Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern bis Mitte 2026 Zeit, ihre Wärmeplanung vorzulegen. Kleinere Kommunen müssen spätestens Mitte 2028 fertig sein.

Laut dem Landesamt für Statistik hat Thüringen insgesamt 605 Städte und Gemeinden. Nur die Landeshauptstadt Erfurt und Jena haben mehr als 100.000 Einwohner.

AfD in Umfragen vorn

Zurzeit regiert in Thüringen eine Koalition aus Linken, SPD und Grünen. Nach aktuellen Umfragen dürfte sie im September keine Mehrheit mehr erhalten. Die Rechtsaußenkraft AfD hat demgegenüber gute Chancen, stärkste Fraktion im neuen Landtag zu werden. (aba)

Mehr zum Thema:

NRW-Ministerin: "Das landeseigene Gesetz für Wärmeplanung kommt noch in diesem Jahr"

Von Anschlusszwang bis Wärmeplanung: Habecks neue Töne in der Heizdebatte

Wärmeplan-Wettlauf: "Kommunen mit Stadtwerken haben es leichter"

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper