Das kommunale Wärmeplanungsgesetz entstand im Bundesbauministerium, das von SPD-Politikerin Klara Geywitz geführt wird.

Das kommunale Wärmeplanungsgesetz entstand im Bundesbauministerium, das von SPD-Politikerin Klara Geywitz geführt wird.

Bild: © Robert Michael/dpa

Wohl dem, der sich mit kommunalen Wärmeplänen auskennt. Der dürfte sich vor Anfragen derzeit kaum retten. Noch immer sei es so, dass es bei den privaten Planungsbüros Engpässe gebe, sagte Timm Fuchs vom Deutschen Städte- und Gemeindebund bei einer Veranstaltung der Berliner Energietage.

Dabei dürfte eine ganze Reihe von Kommunen externe Hilfe brauchen. Fuchs zitierte aus einer noch nicht veröffentlichten Umfrage des Kommunalwirtschaftlichen Instituts, wonach rund 62 Prozent der Gemeinden mit maximal 3000 Einwohnern nicht in der Lage seien, mit ihren vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen die kommunale Wärmeplanung durchzuführen.

Mehrere Versorger als Dienstleister unterwegs

Tatsächlich haben erste Energieversorger das Dienstleistungsgeschäft rund um die kommunale Wärmeplanung bereits für sich entdeckt. Zu nennen sind neben Sachsenenergie beispielsweise die EnBW-Tochter RBS Wave, der Ökostromanbieter Green Planet Energy und der Netzbetreiber Westfalen Weser.

Prinzipiell hätten Städte mit Klimaschutzmanagern Vorteile, schilderte Fuchs. Die zweite Hilfe seien Stadtwerke. Kommunen mit Stadtwerken täten sich leichter, sagte er. Denn Stadtwerke brächten nicht nur technische Expertise mit, sondern könnten auch gut einschätzen, welche Maßnahmen sich zeitlich und finanziell umsetzen ließen.

Verschiedene Geschwindigkeiten bei Ländern

Mehr erwartet der Städte- und Gemeindebund von den Bundesländern. Diese sind seit diesem Jahr verpflichtet, die Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes umzusetzen und ihre Kommunen entsprechend zu verpflichten, bis spätestens Mitte 2028 Wärmepläne zu erstellen.

In der Praxis seien die Bundesländer aber unterschiedlich rasch unterwegs, sagte Fuchs. Länder wie Thüringen oder Nordrhein-Westfalen seien schnell bei der Umsetzung. "Es gibt aber andere Länder, da gibt es erst einmal runde Tische." Auf ZfK-Nachfrage nannte der Verbandsvertreter Rheinland-Pfalz als Beispiel.

"Bildet Konvois"

Es sei "ganz wichtig", dass die Bundesländer ihre Kommunen nun unterstützten, sagte auch Andreas Klingemann vom Energieverband BDEW. Kleine Gemeinden dürften nicht im Regen gelassen werden.

"Wir haben immer angeregt: Bildet Konvois, bildet intelligente Gebietskörperschaften", empfahl er. Mit Konvois sind mehrere Gemeinden gemeint, die sich zusammenschließen und gemeinsam einen externen Dienstleister an Bord holen.

BDEW-Experte: Schon jetzt viel im Gange

Klingemann erinnerte zugleich daran, dass bei allen Hürden bereits viel im Gange sei. "Wir sehen schon jetzt in ländlichen Gegenden wie dem Schwarzwald, dass sich Solarwärmeinseln bilden", sagte er. (aba)

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