Der Anteil erneuerbarer Energien am EU-Gesamtverbrauch hat sich seit 2004 verdoppelt.

Der Anteil erneuerbarer Energien am EU-Gesamtverbrauch hat sich seit 2004 verdoppelt.

Bild: © Rainer Sturm/Pixelio

"Wenn wir wirklich Sektorenkopplung erreichen wollen, ist der Strompreis zu teuer, die Umlagenentlastung muss vorangetrieben werden", unterstrich BDEW-Chefin Kerstin Andreae am Montag beim Auftaktpanel des Energiewende-Kongresses der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Berlin.

"Strom ist derzeit viel zu teuer, um Geschäftsmodelle mit Sektorenkopplung zu entwickeln"“, betonte auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Sie appellierte an die Politik, die Rahmenbedingungen so zu setzen, dass sich profitable Geschäftsmodelle entwickeln können. Neben einer geringeren Umlagen- und Abgabenbelastung beim Strom plädierte sie für eine berechenbare Erhöhung der CO-Preise statt einer immer komplizierteren Förderung.

Problem der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung

Unterstützung für diese Position kam auch von Christian Bruch, CEO von Siemens Energy, der auch Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat ist. Doch die derzeitigen Rahmenbedingungen ermöglichten noch keine Geschäftsmodelle rund um grünen Wasserstoff, unterstrich er. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, auch Zwischenlösungen beim Weg in eine rein regenerative Zukunft zuzulassen.

Gleichzeitig erinnerte Bruch daran, dass Wasserstoff ja keine Energiequelle an sich ist, sondern auf der Umwandlung von Strom beruht. "Erstmal brauche ich riesige Mengen an regenerativer Energie, das müssen wir uns immer wieder alle vor Augen führen",  so Bruch. "Es ist nicht das Problem der Wasserstofftechnologie, es ist das Problem des Ausbaus der regenerativen Energien und was uns als Gesellschaft das wert ist", sagte er.

"Mehr positivere Kommunikation über ein großartiges Zukunftsprojekt"

Andreae plädierte ebenfalls für einen viel stärkeren Ausbau der Erneuerbaren orientiert an einem stark wachsenden Strombedarf infolge der Sektorenkopplung und weiteren Elektrfizierung  Der künftig Strombedarf von 540 TWh bis 2030, wie er vom BMWI bei der Novelle des EEG angesetzt sei, sei viel zu niedrige. Der BDEW folge eher den Prognosen von Agora Energiewende mit einem Strombedarf von rund 700 TWh bis 2030.

Um die nötige Akzeptanz für den Ausbau der Windkraft und auch der Photovoltaik zu fördern sieht Andreae zudem die Notwendigkeit einer positiveren Kommunikation der Chancen der Erneuerbaren. "Wir haben die Windenergie über einen langen Zeitraum schlechtgeredet", sagte sie. "Wir brauchen eine Positivdebatte über die Frage Erneuerbare Energien". Angesagt sei "mehr positive Kommunikation über ein großartiges Zukunftsprojekt",

Andreae: Wassserstoff auch für die Wärmeversorgung

Zudem plädierte Andrea dafür für eine Dekarbonisierung auch blauen Wasserstoff zuzulassen und bei den Anwendungsbereichen von klimaneutralem Wasserstoff auch die Wärmeversorgung mit einzubeziehen. Ich bin dagegen die Dinge gegeneinander auszuspielen, sondern wir müssen breit in den Technologien sein“, so Andreea.

Auch Christian Kullmann, Präsident des Verband der Chemischen Industrie (VCI) wies auf einen künftig explodierenden Strombedarf infolge der Dekarbonisierung hin. Gleichzeitig plüdierte er für eine Abschaffung des EEG und mehr Markt.  Höhere C02 Presie wären allemal bessesr den Erneuerbaren vollends am markt zum Durcbhruch zu verhelfen, „als so weiter mit dem EEG weiter rumzuwursteln“, unterstrich Kullmann.

Feicht zum EEG: "Grundlinie wird bleiben"

Keinen grundsätzlichen Nachbesserungsbedarf am vorliegenden Regierungsentwurf des EEG 2021 sieht Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi). „Ich glaube die Grundlinie wird bleiben“, betonte er. Trotzdem rechnet er angesichts der Komplexität des Regelwerks noch mit einigen Änderungen. Doch zentral sei, den systemischen Gedanken weiterhin in den Mittelpunkt zu stellen. (hcn)

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