Je näher der Winter rückt, desto geringer dürfte das monatliche Defizit wieder ausfallen.

Je näher der Winter rückt, desto geringer dürfte das monatliche Defizit wieder ausfallen.

Bild: © Peter Byrne/PA/Wyre/dpa

Das EEG-Guthaben könnte bis zum Jahresende auf 1,8 Milliarden Euro sinken. Das geht aus einem frisch veröffentlichten Foliensatz der Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, 50 Hertz und Transnet BW hervor.

Dies wäre der niedrigste Wert seit Anfang 2021 – und weit entfernt vom Allzeithoch im August 2022. Damals war das Konto dank einer historischen Strompreisrallye mit mehr als 17 Milliarden Euro noch prall gefüllt. Alle Zahlen sind auf der Webseite Netztransparenz.de einsehbar.

Sinkende Strompreise und Solar-Rekordsommer

Insbesondere drei Faktoren haben das Guthaben seitdem schmelzen lassen. Die Stromgroßhandelspreise sind im Vergleich zum Sommer 2022 stärker gesunken, als von den Übertragungsnetzbetreibern im Herbst angenommen. Dies schlug sich negativ auf der Einnahmenseite nieder.

Zudem erlebten Photovoltaikanlagen einen Rekordsommer 2023, was zu überdurchschnittlichen Vergütungs- und Marktprämienzahlungen führte. Dies belastete die Ausgabenseite.

Bundesgelder über Klimafonds

Darüber hinaus entfällt seit Juli 2022 die EEG-Umlage. Anfallende Mehrkosten übernimmt seitdem der Bund über den Klima- und Transformationsfonds, kurz KTF.

Für das laufende Jahr hatten die Übertragungsnetzbetreiber mit Blick auf das gut gefüllte EEG-Konto auf Zuschüsse verzichtet. Das ändert sich für das kommende Jahr.

Finanzierungsbedarf von 10,6 Milliarden Euro

Die Übertragungsnetzbetreiber prognostizieren einen Finanzierungsbedarf von 10,6 Milliarden Euro. Auf diesen Betrag kommen sie nach Gegenüberstellung von prognostizierten Kosten (16,2 Milliarden Euro) und Erlösen (4,9 Milliarden Euro), dem Hinzuzählen einer Liquiditätsreserve (1,1 Milliarden) und dem Abzug des für Ende 2023 berechneten EEG-Guthabens (1,8 Milliarden Euro). Die Einzelheiten sind hier einsehbar.

Grundlage der Berechnungen ist ein Gutachten des Berliner Analysehauses Enervis. Das Unternehmen erstellte im Auftrag der Übertragungsnetzbetreiber unter anderem Prognosen zu installierten Leistungen, Strommengen und Marktpreisen.

Bund plant sogar 12,6 Milliarden Euro ein

Die Bundesregierung hat bereits für das kommende Haushaltsjahr großzügige EEG-Zuschüsse eingeplant. 12,6 Milliarden Euro sind im Entwurf des Klima- und Transformationsfonds vorgesehen. Diesen muss der Bundestag allerdings noch verabschieden. (aba)

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