Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Stadtwerke aufgefordert, weiterhin massiv in den Umbau der Energieversorgung zu investieren und mit innovativen und auf die lokalen Gegebenheiten angepassten Angeboten vor Ort die Akzeptanz dafür zu erhöhen. „Investieren sie in die grüne Zukunft“, erklärte Scholz am Dienstag auf der VKU-Verbandstagung in Berlin. „Sie sind die Praktiker der Energiewende“, so der Regierungschef.
Mit ihrer Innovationskraft könnten die Stadtwerke die Menschen „ganz konkret vor Ort“ überzeugen. Deshalb gehe es zum Beispiel darum, möglichst schnell ein dichtes Netz von E-Ladestationen zu bauen, Smart Meter großflächig auszurollen und beschleunigt Glasfaserleitungen zu legen. Für den Umbau der Wärmeversorgung stünden „mehrere Milliarden“ an Fördergeldern bereit. „Es liegt in ihrer DNA, auch die nächste industrielle Revolution voranzubringen“, appellierte Scholz an die Vertreter der Kommunalwirtschaft. „Sie sind unser Ass im Ärmel.“
Zwei-Prozent-Flächenvorgabe wird „engmaschig kontrolliert“
Für den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren habe sich die Bundesregierung ehrgeizige Ziele gesetzt und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen. So seien künftig bundesweit zwei Prozent der Landesfläche für Windkraftprojekte an Land vorgesehen. Dieser Prozess werde „engmaschig kontrolliert“. Ab dem kommenden Jahr sollten zudem pro Jahr eine halbe Million Wärmepumpen installiert werden.
Das bei den neuen LNG-Terminals unter Beweis gestellte „Deutschland-Tempo“ müsse auf den Erneuerbaren-Ausbau übertragen werden. Den durch die wachsende Elektrifizierung der Energieversorgung erhöhten Strombedarf bezifferte Scholz auf 750 Terawattstunden (TWh) bis zum Jahr 2030 von derzeit 660 TWh.
„Wir haben bewiesen, wir können über uns hinauswachsen“
Der Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft stelle eine „zentrale Säule“ der Transformation der Energieversorgung dar, betonte der Bundeskanzler. Bis Ende des Jahrzehnts solle eine Elektrolyseleistung in einem Volumen von 10 Gigawatt (GW) aufgebaut werden.
Angesichts eines derzeitigen Füllstandes der Gasspeicher von knapp 70 Prozent könne von einer Versorgungskrise nicht mehr die Rede sein, erklärte Scholz. Alle düsteren Prognosen und Knappheitsszenarien auch über ein Einbrechen der Konjunktur seien nicht eingetreten. Vielmehr sei es gelungen, sich in kürzester Zeit von Öl- und Gaslieferungen aus Russland unabhängig zu machen. „Ein Winter der Solidarität liegt hinter uns. Wir haben bewiesen, wir können über uns hinauswachsen“, so der Regierungschef. (hil)



