Die Netzlast hat im ersten Halbjahr 2021 wieder zugenommen.

Die Netzlast hat im ersten Halbjahr 2021 wieder zugenommen.

Bild: © Jonathan Hanna/Unsplash

Beim Umbau des Strommarktes kommt Deutschland nicht so schnell voran wie andere europäische Länder. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der britischen Association for Renewable Energy and Clean Technology (REA) zusammen mit dem Energiemanagementunternehmen Eaton. Die Experten bewerteten und verglichen die Rahmenbedingungen für die Energiewende in 13 europäischen Ländern.

Demnach kann Deutschland seine Bewertung aus dem Vorjahr zwar halten, rutscht aber auf den letzten Platz, da sich andere Länder seit der Erhebung im Jahr 2021 stärker verbessert haben.

Flexiblere Märkte nötig

Auf einer Skala von eins bis fünf erreicht Deutschland demnach den Wert 3 - ebenso wie Irland, Italien, Polen, Spanien, die Schweiz und Großbritannien. Dänemark, Frankreich, die Niederlande, Norwegen und Schweden erreichen die Stufe 4, nur Finnland erreicht die höchste Stufe 5. Alle Länder hätten ehrgeizige Ziele zur Emissionsreduktion.

Aber die höher bewerteten Länder haben den Angaben zufolge flexible Märkte, "die besser für einen fairen, transparenten und einfachen Zugang sorgen", hieß es. In schlechter bewerteten Ländern bestünden dagegen Investitionshindernisse.

Umsetzung zu langsam

Insgesamt sieht die Studie in Deutschland zwar einen starken Konsens für die Energiewende, jedoch gelinge die Umsetzung politischer und regulatorischer Veränderungen nur langsam. Zu den Gründen gehöre etwa, dass Entscheidungsfindungen vielfältigen lokalen politischen Interessen unterliegen. Den Experten zufolge benötigt Deutschland mehr Ressourcen, um die Flexibilität des Strommarkts zu erhöhen und so die Ziele der Energiewende zu erreichen.

Deutschland sei unter den untersuchten Ländern der größte Strommarkt. Länder wie Norwegen oder die Schweiz deckten daher ihren Bedarf durch erneuerbare Energien prozentual besser ab, obwohl Deutschland den meisten Strom aus erneuerbaren Energien produziere, schreiben die Experten.

41 Prozent Erneuerbare

Im Jahr 2021 betrug der Anteil am deutschen Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien 41 Prozent. Bis zum Jahr 2030 soll nach dem Willen der Bundesregierung der Anteil des aus erneuerbaren Energien gewonnenen Stroms in Deutschland mindestens 80 Prozent erreichen.

Beim sogenannten Energy Transition Readiness Index (ETRI) werden die Länder hinsichtlich der gesellschaftlichen Unterstützung für die Energiewende, ihrer Fähigkeit, neue Technologien und Geschäftsmodelle zu nutzen sowie der Flexibilität des Marktes bewertet. (dpa/jk)

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