Ein Reaktorblock des tschechischen Atomkraftwerks Temelin musste unplanmäßig vom Netz genommen werden.

Ein Reaktorblock des tschechischen Atomkraftwerks Temelin musste unplanmäßig vom Netz genommen werden.

Bild: © CEZ

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hält eine Verlängerung der Laufzeit des Atomkraftwerks Dukovany um weitere zehn Jahre bis ins Jahr 2045 für möglich. Der älteste Reaktor wäre dann 60 Jahre alt. Der Bau eines einzigen neuen Kraftwerksblocks würde umgerechnet 7,7 Mrd. Euro kosten, eine Modernisierung der bestehenden Anlage aber nur ein Zehntel, sagte Babis am Dienstag der Agentur CTK. Man müsse alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen.

Das Kernkraftwerk Dukovany liegt rund 100 Kilometer nördlich von Wien und 200 Kilometer östlich von Passau. Der Betreiber CEZ ist zu mehr als zwei Dritteln im Staatsbesitz. Die vier Druckwasserreaktoren der sowjetischen Bauart WWER-440/213 waren in den Jahren 1985 bis 1987 ans Netz gegangen. Die Regierung in Prag hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Atomenergie an der Stromproduktion von derzeit 35 Prozent zu erhöhen. «Die Frage ist, wie sich das in Europa entwickelt», sagte Babis nun.

"Nur mit zusammengebissen Zähnen"

Noch vor einem Jahr hatte die Leiterin der Atomaufsichtsbehörde SUJB in Prag, Dana Drabova, der Zeitung «Denik» gesagt, ein Betrieb der Anlage bis ins Jahr 2045 sei nur mit «zusammengebissenen Zähnen» möglich. Es handelt sich um den gleichen Reaktortyp wie bei den Blöcken 5 bis 8 des stillgelegten Kernkraftwerks Greifswald. (dpa/al)

 

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