Die Frage der Endlagerung für hochradioaktive Abfälle ist in Deutschland noch nicht geklärt.

Die Frage der Endlagerung für hochradioaktive Abfälle ist in Deutschland noch nicht geklärt.

Bild: © CEZ

Um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, soll in Deutschland die Kohleverstromung bis 2038 komplett beendet werden. Doch der letzte Atommeiler soll bereits 2022 und damit 16 Jahre früher vom Netz gehen. Wie eine repräsentative Umfrage des Verbraucherportals Verivox ergab, lehnen 44,1 Prozent der Bundesbürger diese Reihenfolge ab. Fast jeder zweite Deutsche hält diese Reihenfolge damit für einen klimapolitischen Fehler – ein überraschend hoher Wert.

Die Zahl der Befragten, die den zeitlich vorgezogenen Atomausstieg für richtig hält, ist mit 49,5 Prozent nur knapp größer als die der Gegner. Eine dünne Mehrheit bewertet damit das Gefahrenpotenzial der Atomkraft höher als die mit der Kohleverstromung verbundene Klimabelastung. Vor allem die Wähler von SPD und Grünen schließen sich dieser Auffassung an – bei ihnen sind es 75 Prozent.

Ökostrom wird immer beliebter

Ein Versäumnis seitens der Politik sehen vor allem die Anhänger der AfD: 81,5 Prozent von ihnen antworteten auf die Frage, ob es ein Fehler der Politik war, zuerst aus der Atomkraft auszusteigen mit "Ja, auf jeden Fall" oder "Eher ja". Auch die Wähler der FDP entschieden sich mit deutlichen 70,6 Prozent gegen dem frühzeitigen Ausstieg aus der Kernkraft, bei der Union war diese Mehrheit mit 57,3 Prozent nicht ganz so deutlich.

"In der aktuellen klimapolitischen Debatte ist die Bevölkerung zweigeteilt. Es scheint vor allem eine Frage der politischen Einstellung zu sein, ob die Atomkraft oder die Kohleverstromung als schädlicher wahrgenommen wird", resümiert Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. Die "Ökoquote" beim Strom, die in den letzten Jahren kontinuierlich auf zuletzt 32 Prozent gesunken war, steigt aktuell wieder an. Aktuell entscheiden sich 44 Prozent der Tafrifwechsler bei Verivox für einen Ökostromtarif.

Bezahlen müssen ohnehin alle

Ob Ökostrom oder nicht: Alle privaten Stromkunden unterstützen derzeit die Energiewende, und es ist egal, ob sie das wollen. Denn die Öko-Umlage auf alle Stromarten, mit denen der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, sind seit 2012 um rund 80 Prozent gestiegen. Aktuell beträgt sie 6,41 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Eine Familie mit einem Verbrauch von 4.000 kWh bezahlt so 256 Euro pro Jahr für die Energiewende. (sig)

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