Die Wärmepumpen-Förderanträge ziehen wieder an. Das bestätigte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Rande seiner Sommerreise.
Demnach wurden insgesamt rund 22.500 Förderanträge samt Zusatzanträgen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bewilligt – der höchste Monatswert im laufenden Jahr. Der Löwenanteil davon entfällt in der Regel auf Wärmepumpen. Einzelzahlen wurden für Juli bislang nicht veröffentlicht.
Mehr Wärmepumpen-Anträge bewilligt
Seit Start des überarbeiteten Förderprogramms im Februar stieg die Zahl der bewilligten Anträge monatlich. Waren es im Februar lediglich rund 2100 Zusagen ohne Zusatzanträge, stieg der Wert im Juni auf 17.000.
Auch bei den Wärmepumpen lässt sich ein klarer Aufwärtstrend ablesen. Wurden im März gut 7000 Anträge bewilligt, waren es im Juni fast 13.000. Im Juli waren es noch einmal mehr.
125 wasserstofffähige Heizungen gefördert
Auch bei Solarthermie-Anlagen ging es seit Jahresbeginn deutlich nach oben – von 75 im Februar auf 971 im Juni. Konkrete Julizahlen lagen noch nicht vor.
Im überarbeiteten Programm werden auch wasserstofffähige Heizungen bezuschusst. Die Nachfrage blieb aber bislang gering. Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 125 Anträge bewilligt. Gut 40 Prozent der Zusagen wurden allein im Juni gemacht.
Habeck: "Ich will, dass die Unsicherheit aus dem Markt geht"
Unter anderem der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) schlug zuletzt Alarm. Nach eigenen Angaben wurden im ersten Halbjahr rund 90.000 Wärmepumpen in Deutschland verkauft. Das war rund die Hälfte weniger als im Vorjahreszeitraum.
Wie schwer die Nachfrageflaute der deutschen Heizungsindustrie zu schaffen macht, bekam Habeck bei einem Besuch des Herstellers Stiebel Eltron zu spüren. Ein Teil der Belegschaft empfing Habeck daher mit einem Protestzug. "Ich will, dass die Unsicherheit aus dem Markt geht", rief der Vizekanzler den Demonstrierenden zu.
Förderzahlen als Frühindikator
Grundsätzlich seien Förder- keine Absatzzahlen, ordnete ein BDH-Sprecher auf ZfK-Nachfrage ein. "Die Förderzahlen können aber durchaus als Frühindikator für den künftigen Absatz gesehen werden."
Wie BDH-Zahlen zeigen, bewegten sich die monatlichen Wärmepumpe-Antragszahlen im vergangenen Jahr zwischen rund 7000 und 10.000. Der Dezember war mit 26.000 bewilligten Anträgen ein Ausreißer. Dies lasse sich auf Änderungen im Förderregime zurückführen, sagte der Sprecher.
Nachhaltiger Anstieg?
Noch sind sich Branchenkenner unsicher, wie nachhaltig der jüngste Anstieg bei den Wärmepumpenzahlen ist. Positiv sei, dass seit diesem Monat auch die Wohnungswirtschaft und Eigentümer von Nichtwohngebäuden in die Förderung einsteigen würden, hieß es. "Außerdem dürften die neuen Regelungen für Hochwassergeschädigte und der Beginn der Auszahlungen im Herbst für zusätzliche Nachfrage sorgen." (aba)
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