Der norwegische staatliche Energiekonzern Statkraft hat in Deutschland 35 ältere Windparks mit einer Leistung von aktuell 310 MW gekauft. (Symbolbild)

Der norwegische staatliche Energiekonzern Statkraft hat in Deutschland 35 ältere Windparks mit einer Leistung von aktuell 310 MW gekauft. (Symbolbild)

Bild: © Patrick Pleul/dpa

In der Ausschreibungsrunde zum Gebotstermin 1. November hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) 167 Gebote mit einer Gesamtkapazität von 1981 MW bezuschlagt. Die ausgeschriebene Menge von 2087 MW wurde damit verfehlt.

Nach Angaben der Regulierungsbehörde liegen die Werte der bezuschlagten Gebote 5,88 Cent/kWh und dem zulässigen Höchstwert von 7,35 Cent/kWh. Der durchschnittliche, mengengewichtete Gebotswert lag mit 7,31Cent/kWh nur knapp unter dem Höchstwert.

Hoffnung bei BNetzA

Regional verteilten sich die Zuschlagmengen ähnlich wie in den vorausgegangenen Ausschreibungsrunden. 416 MW, verteilt auf 42 Zuschläge, entfielen auf Schleswig-Holstein. Auf Niedersachsen entfielen 312 MW mit 25 Zuschlägen, auf Nordrhein-Westfalen 309 MW bei 31 Zuschlägen.

Auf Jahressicht wurden im laufenden Jahr 6377 MW an Windkraftleistung an Land bezuschlagt. Im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 3225 MW. "Dass die Zuschlagsmenge im Jahr 2023 doppelt so hoch ist wie letztes Jahr, stimmt mich hoffnungsvoll", so Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Für die Ausbauziele müsse sich der Trend einer deutlichen Steigerung verstetigen, fügte er hinzu.

Ende der Talfahrt

Der Bundesverband Windenergie (BWE) sieht in der "fast vollständig" gefüllten Ausschreibungsrunde einen Ausdruck der positiven Stimmung "in Land und Branche". "Die Voraussetzungen für einen umfangreichen Zubau bei der Windenergie an Land sind geschaffen", sagte BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek.

Die deutsche Windenergiebranche arbeite sich weiterhin beständig aus eigener Kraft aus dem Tal der vergangenen Jahre. Die Dauer der Genehmigungsverfahren und die unzureichende Flächenkulisse würden allerdings die größten Hemmnisse bilden. "Hier muss dringend Bewegung in die Situation kommen."

Diskrepanz zur Realität

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht im Ausschreibungsergebnis hingegen eine deutliche Kluft zwischen den politischen Ambitionen und der Realität. Mit der vierten und letzten Ausschreibung für Windenergie an Land des Jahres 2023 lasse sich nun auch eine Jahresbilanz ziehen, kommentierte Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer VDMA Power Systems, das Ergebnis der Ausschreibung.

Die Diskrepanz zwischen dem ursprünglich geplanten Ausschreibungsvolumen von 12.400 MW im Jahr 2023 und den tatsächlichen Zuschlägen von knapp 6400 MW zeige, dass sich die Anzahl neuer Windenergieprojekte an Land gemessen an den politischen Zielen auf noch zu niedrigem Niveau befinde.

Mehr Flächen

Für den bereits im übernächsten Jahr notwendigen Zubau von 10.000 MW jährlich würden die Maßnahmen der Bundesregierung nicht ausreichen. "Schnellere Verfahren, mehr Flächen ‒ das alles muss schnellstmöglich auf Landesebene umgesetzt werden", so seine Forderung. (am)

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