Die Stadtwerke Stuttgart sollen bis 2035 pro Jahr rund 1,7 Mrd. kWh Ökostrom aus eigenen Anlagen produzieren.

Die Stadtwerke Stuttgart sollen bis 2035 pro Jahr rund 1,7 Mrd. kWh Ökostrom aus eigenen Anlagen produzieren.

Bild: © Soonthorn/AdobeStock.com

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Höchstwerte für die Gebotstermine im Jahr 2024 veröffentlicht. Bei Windenergie an Land liegen sie bei 7,35 ct pro Kilowattstunde (kWh), bei Freiflächen-Solaranlagen bei 7,37 ct/kWh und für Aufdach-Solaranlagen gehen sie zurück auf 10,50 ct/kWh.

"Die Höchstwerte tragen den tatsächlichen Kosten der Erneuerbaren Rechnung", sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die festgelegten Werte entsprechen bei den Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solar-Freiflächenanlagen den erhöhten und in diesem Jahr geltenden Werten, die ebenfalls von der Bundesnetzagentur festgelegt worden waren.

EEG-Werte nicht auskömmlich

Bei den Ausschreibungen für Solar-Dachanlagen musste der Höchstwert nicht auf das diesjährige Niveau gehoben werden, erklärt die Bonner Behörde. Im Vergleich zur letzten Festlegung reiche ein leicht niedrigeres Niveau, um auskömmliche Gebote zu ermöglichen. Begründet wird dies mit den prognostizierten Kosten der Aufdach-Anlagen und dem Ausbleiben von nennenswerten zusätzlichen Geboten oberhalb eines Werts von 10,50 ct/kWh in der vergangenen Gebotsrunde.

Ohne die erneuten Festlegungen wären die Höchstwerte wieder auf die deutlich niedrigeren im Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgesehenen geregelten Werte zurückgefallen. Das wären 5,88 ct/kWh für Windenergie an Land, 5,90 ct/kWh für Freiflächen-Solaranlagen und 8,91 ct/kWh für Aufdach-Solaranlagen. Diese Werte sind aber laut BNetzA nicht auskömmlich, weil Kosten für Errichtung und Betrieb der Anlagen einschließlich der gestiegenen Zinskosten bei der Finanzierung der Anlagen stark gestiegen sind.

Volumen schnell realisieren

Aus der Windbranche kommt Zustimmung für die Höchstwerte bei Onshore-Windanlagen. "Der Höchstwert von 7,35 Cent je Kilowattstunde bedeutet eine solide Basis, auf der die projektierenden Unternehmen nun in die Planungen gehen können", befindet Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands WindEnergie BWE .

So würden 2023 voraussichtlich fast 7000 Megawatt (MW) neu genehmigt. "Mit der Beibehaltung des Höchstwerts sind die Voraussetzungen geschaffen, dieses Volumen in den kommenden Jahren auch schnell zu realisieren und die Energiewende in Deutschland voranzutreiben", so Heidebroek weiter.

Aufbruchszubau erwartet

Der Verband bemängelt jedoch, dass der Höchstwert nicht früher bekannt gegeben wurde. "Je früher die Unternehmen Planungssicherheit haben, umso energischer werden neue Projekte angeschoben."

Mit Blick auf das kommende Jahr zeigt sich der BWE optimistisch. "Nach Jahren des eher langsam wachsenden installierten Volumens rechnen wir in den kommenden zwei Jahren mit einem regelrechten Aufbruchszubau, der das Potenzial hat, das bisherige Rekordjahr 2017 sogar noch zu übertreffen", so die Verbandspräsidentin.

Höchstwerte für Biomasse

Auf die Festlegungen der Höchstwerte für Biomasse, Biomethan und Innovationsausschreibungen wartet die Erneuerbaren-Branche derweil noch. Die Bundesnetzagentur hat angekündigt, die Höhe der Ausschreibungswerte zeitnah prüfen. (jk)

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