Die Bundesnetzagentur hat den Gesamtbedarf an Netzreservekraftwerken für das Winterhalbjahr 2026/2027 auf 7,4 Gigawatt (GW) festgesetzt. Er liegt damit höher als im Vorjahr (6,5 GW). Das gab die Behörde am Freitag bekannt.
"Bis wir die Netze besser ausgebaut haben, ist die Netzreserve erforderlich, um die sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Der Bedarf für das kommende Winterhalbjahr ist leicht höher als im vergangenen Jahr", erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.
Mit 4,7 GW sollen deutsche Reservekraftwerke den größten Teil des Bedarfs abdecken. Die verbleibenden 2,7 GW sollen wie in den Vorjahren durch Kraftwerke im benachbarten Ausland gedeckt werden. Die Übertragungsnetzbetreiber hatten Betreiber ausländischer Kraftwerke bereits Anfang Mai aufgefordert, ihr Interesse an der Netzreserve zu signalisieren.
Bedarf wird weiter steigen
Für den vorausschauend betrachteten Winter 2028/2029 beziffert die Bundesnetzagentur den Netzreservebedarf sogar auf 8,3 GW. Laut der Behörde spiegelt der steigende Bedarf die wachsenden Transportaufgaben im Stromnetz wider. Ursachen seien der anhaltende Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Ausweitung grenzüberschreitender Handelskapazitäten.
Der Netzausbau bleibe das wichtigste Instrument, um den Reservebedarf langfristig zu senken, betont die Behörde. Erst ein leistungsfähigeres Übertragungsnetz ermögliche die vollständige Nutzung erneuerbarer Energien sowie Stromimporte und -exporte, die die Versorgungssicherheit gewährleisten. Bis dahin sei ein hoher Redispatch-Bedarf aus Marktkraftwerken und die ergänzende Vorhaltung von Reservekraftwerken unvermeidlich.
Grundlage der Feststellung ist die Systemanalyse der Übertragungsnetzbetreiber, die der Bundesnetzagentur zur Prüfung vorlag. Mit der Bedarfsermittlung ist das Prüfverfahren nun abgeschlossen.






