Der Betreiber der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist mit dem Vorhaben gescheitert, von bestimmten EU-Regeln freigestellt zu werden.

Der Betreiber der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist mit dem Vorhaben gescheitert, von bestimmten EU-Regeln freigestellt zu werden.

Bild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Vor der möglicherweise bald anstehenden Inbetriebnahme der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 hat sich die Bundesnetzagentur kritisch zu Wort gemeldet. Man habe die Firma in einem Brief aufgefordert, umgehend die Einhaltung regulatorischer Vorgaben nachzuweisen, teilte die Aufsichtsbehörde am Dienstag in Bonn mit. Hierbei geht es um die Frage, ob Nord Stream 2 Regeln zum diskriminierungsfreien Netzzugang sowie zur Integration der aus Russland kommenden Leitung in den deutschen Gasmarkt einhält.

Bei dem Thema tickt die Uhr, denn laut Netzagentur ist es «nicht auszuschließen, dass in Kürze eine Inbetriebnahme eines Stranges der Verbindungsleitung erfolgen wird». Die Bonner Behörde ist offenbar nicht sicher, ob das Unternehmen sich im laufenden Betrieb an alle Vorschriften halten würde. In der Mitteilung heißt es wörtlich: «Die Bundesnetzagentur hat sich ausdrücklich die unmittelbare Einleitung von Aufsichts- beziehungsweise Missbrauchsverfahren gegen die Nord Stream 2 AG vorbehalten, sollten Zweifel an der Einhaltung dieser regulatorischen Vorgaben nicht ausgeräumt werden.»

Zertifizierungsverfahren läuft noch

Separat hierzu läuft noch ein Zertifizierungsverfahren, das vermutlich erst im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein wird. Hierbei geht es um die sogenannten Entflechtungsregeln - Betrieb des Netzes und Vertrieb des Gases sollen voneinander getrennt sein.

Am Montag war erstmals Gas in die neue Pipeline gefüllt worden. Dies war nach Angaben der Nord Stream 2 AG notwendig, bevor der reguläre Transport beginnen kann. Zum geplanten Zeitpunkt der eigentlichen Inbetriebnahme machte das Unternehmen keine Angaben. Experten rechnen mit ersten Lieferungen noch im Oktober. Bis zum Jahresende will der staatlich kontrollierte russische Rohstoffriese Gazprom gut 5,6 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Pipeline pumpen. (dpa/amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper