Ein seit vier Jahren andauernder Konflikt um die Fernwärmepreise in Böblingen ist beigelegt. Die Interessengemeinschaft Fernwärme, die Stadt Böblingen und die Stadtwerke Böblingen haben eine Mediation abgeschlossen und darin ein neues Preismodell festgelegt, das rückwirkend ab 1. August 2015 gilt.
Ein niedriger Grundpreis und ein hoher Verbrauchspreis sollen das Energiesparen belohnen. Die Stadtwerke geben auf die neuen Preise eine Festpreis-Garantie bis Ende 2023. Die Energiekartellbehörde des Landes Baden-Württemberg wurde gebeten, sich der Einigung anzuschließen.
Für Bürgerkunden mit 15 kW Anschlussleistung und 16,5 Megawattstunden Verbrauch ergibt sich eine Senkung von 22 Prozent oder über 500 Euro pro Jahr. Für größere Kunden sind die Kostensenkungen geringer. Durch die neuen Preise werde es aber für niemanden höhere Kosten geben.
Stadtwerke wollen Blick nach vorn richten
"Es ist gut, dass wir zu einer Einigung gekommen sind", heißt es bei den Stadtwerken. "Wir müssen nun unseren Blick nach vorne richten. Das Klimapaket der Bundesregierung, wichtige Ausbauprojekte und eine große Nachfrage von Kunden erfordern unsere ungeteilte Aufmerksamkeit", lenkt Alfred Kappenstein, Technischer Geschäftsführer, den Blick auf das Tagesgeschäft.
"Wichtig ist, dass die Interessengemeinschaft und wir gemeinsame Positionen gefunden haben", ergänzt Geschäftsführer Gerd Hertle. "Wir konnten in den Gesprächen die Bedeutung der Fernwärme unterstreichen und konzentrieren uns jetzt wieder vollständig auf unsere Kernaufgaben."
"Mehr als vier Jahre harten Ringens haben sich gelohnt. Die IG Fernwärme hat ihre Ziele im Wesentlichen erreicht: Transparenz bei Kosten und Investitionen, anteilig niedrige Grund- und hohe Arbeitspreise, damit sich Energiesparen lohnt, und akzeptable Gesamtpreise, damit unsere Fernwärme wieder wettbewerbsfähig gegenüber Pelletheizungen und Wärmepumpen wird", so Peter Aue und Ulrich Priebe von der IG Fernwärme. (wa)



