Der Gebäudebereich verursacht rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Seit 1990 wurden im Gebäudesektor zwar schon über 40 Prozent CO2-Minderung erreicht, aber in den nächsten zehn Jahren bis 2030 – also in einem Drittel der Zeit – müssen gegenüber heute nochmals 40 Prozent CO2-Emissionen bei Gebäuden eingespart werden.
Zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 hatte die Bundesregierung die Gebäudeförderung zu Jahresbeginn 2020 novelliert, unter anderem durch eine Erhöhung der Fördersätze im CO2-Gebäudesanierungsprogramm und im Marktanreizprogramms (MAP), sowie durch die Einführung einer Austauschprämie für Ölheizungen. Die Summe der Anträge für die Gebäudeeffizienzprogramme hat sich von 2019 auf 2020 fast verdoppelt: von 326.000 in 2019 auf 600.000. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) veröffentlicht die Zahlen in einer Mitteilung und schreibt die positiven Entwicklungen den "verbesserten Förderungsbedingungen" zu.
Heizungen auf erneuerbarer Energiebasis stark nachgefragt
Auch die Anträge für Heizungen auf erneuerbaren Basis kletterte von ca. 76.000 Anträgen in 2019 auf über 280.000 Anträge in 2020. Dabei wurden zwei Drittel der Anträge im Rahmen einer Sanierung gestellt, 110.000 Anträge betrafen den Austausch einer Ölheizung gegen Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energien. Bei den geförderten Heizungstechnologien liegt die Wärmepumpe mit 144.000 Anträgen an der Spitze, gefolgt von Biomasseanlagen (96.000) und Solarthermie (58.000), heißt es in der Pressemitteilung weirer. Auf Gashybridheizungen entfielen 37.000 Anträge.
Im CO2-Gebäudesanierungsprogramm bei der KfW gab es 2020 eine knappe Verdoppelung der Zusagen für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus auf 20.000 (2019: 11.000); die bewilligten Einzelmaßnahmen stiegen auf 105.000 (2019: 81.000). Die geförderten Neubauprojekte haben sich deutlich auf 93.000 erhöht (2019: 44.000).
17 Mio. Tonnen CO2-Einsparungen durch Förderprogramme
Die förderbedingten CO2-Einsparungen verdoppeln sich im Vergleich zu früheren gutachterlichen Untersuchungen aufgrund der steigenden Abrufzahlen der Förderprogramme auf 14 Mio. Tonnen bis 2030. Dazu kommen CO2-Einsparungen von 3 Mio. Tonnen aus der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung, veröffentlich das BMWi Berechnungen. In der Anfang 2021 gestarteten "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) bündelt die Bundesregierung ihre bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich.
Die BEG enthalte nach Angaben des Ministeriums eine Reihe von Verbesserungen, mit denen die "erfolgreiche Entwicklung des vergangenen Jahres" fortgesetzt und verstärkt werde: Förderanträge und Abwicklung würden noch einfacher, die Anreize weiter geschärft und noch stärker auf die energie- und klimapolitischen Ziele ausgerichtet. Zum 1. Januar 2021 ist mit den Einzelmaßnahmen der erste Teil der BEG in Kraft getreten. Der zweite Teil folgt im Juli 2021. Für die BEG konnte Ende 2020 die Bestätigung der EU-Kommission erlangt werden, dass die Förderung beihilfefrei erfolgen kann. (gun)



