Im Jahr 2030 werden 199 Gigawatt (GW) aus erneuerbarer Erzeugung in die Verteilnetze eingespeist, auf Übertragungsnetzebene dagegen nur 19 GW.

Im Jahr 2030 werden 199 Gigawatt (GW) aus erneuerbarer Erzeugung in die Verteilnetze eingespeist, auf Übertragungsnetzebene dagegen nur 19 GW.

Bild: © Rainer Sturm/pixelio.de

Die Bundesnetzagentur hat ihre Vorstellungen vom generellen sektoralen Produktivitätsfaktor (Xgen) in der dritten Regulierungsperiode von 2019 bis Ende 2023 veröffentlicht. Je nach Berechnungsmethode soll er laut Behörde in einer Bandbreite zwischen 1,36 ("Malmquist"-Methode) und 1,82 Prozent ("Törnquist"-Methode) liegen. In der zweiten Regulierungsperiode notierte er bei 1,5 Prozent. Schriftliche Stellungnahmen sind bis zum 9. November möglich.

Nach Kostenprüfung und Effizienzvergleich ist der Xgen die dritte Hürde, die den Netzbetreibern auferlegt wird. Sein Sinn war zu Beginn der Anreizregulierung, die vermuteten „Monopolrenditen“ im Netzgeschäft schneller abzuschmelzen. Nach Ansicht des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU) sind diese nach zwei Regulierungsperioden mit ihren drastischen Kürzungen der Renditen aber nicht mehr existent. VKU und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) setzen sich daher für eine Abschaffung oder zumindest eine deutliche Senkung des Xgen ein.

Das Verteilnetz in den Mittelpunkt rücken

„Selbst der untere Wert setzt Netzbetreiber unter einen hohen Druck und trifft sie und kommunale Eigentümer wirtschaftlich hart“, kommentiert der VKU das Konsultationspapier. Angesichts der Aufgaben zum Um- und Ausbau der Verteilnetze sei das nicht vertretbar. Insbesondere weil der Ausbau der Stromautobahnen in Deutschland nur schleppend vorankommt, solle der Blick auf die Verteilnetze gerichtet werden. Die Maßnahmen von Verteilnetzbetreibern, um ihre Netze optimal auszulasten und die Übertragungsnetze zu entlasten, müssen in der politischen Diskussion stärker in den Mittelpunkt treten sowie rechtlich und regulatorisch anerkannt werden, heißt es beim VKU.

Der BDEW nennt die vorgeschlagenen Werte "mit Blick auf die Energiewende und die erforderlichen Milliarden-Investitionen unrealistisch". Den Netzbetreibern würden Produktivitätssteigerungen abverlangt, die weit über denen anderer Wirtschaftsbranchen in Deutschland und über denen von Netzbetreibern im Ausland liegen. In anderen Ländern legten die Regulierungsbehörden häufig moderatere oder gar keine Produktivitätsvorgaben fest, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des BDEW.

Für Gasnetze hatte die BNetzA den Xgen im vergangenen Jahr auf 0,49 Prozent festgelegt – nachdem sie zuvor einen Wert von 0,88 Prozent zur Konsultation gestellt hatte. (wa)

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