"Das Klima steht mittlerweile ganz oben auf der politischen Agenda", erklärte EIB-Präsident Werner Hoyer. "Die Wissenschaft geht davon aus, dass sich die Temperatur bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um drei bis vier Grad Celsius erhöht, wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen." Große Gebiete der Erde seien dann unbewohnbar – mit verheerenden Folgen für die Menschheit. Deswegen, so Hoyer, werde die EIB die Finanzierung von Projekten mit fossilen Energieträgern einstellen.
Hoyer erklärte zugleich, dass die EIB künftig eine Klimastrategie verfolgen wird, die die Ambitionen aller anderen öffentlichen Finanzinstitute übertrifft: „Jetzt werden wir uns in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, dem Ministerrat der EU, der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament, internationalen Einrichtungen, Finanzinstituten und vor allem mit dem Privatsektor dafür einsetzen, dass Europas Wirtschaft bis 2050 klimaneutral wird.“
Mehr Engagement für saubere Energie
Die neue Finanzierungspolitik der EIB im Energiesektor enthält fünf Grundsätze, die die künftigen Aktivitäten der Bank im Energiesektor bestimmen. Die Energieeffizienz soll Vorrang bekommen, damit das neue Ziel der EU-Energieeffizienzrichtlinie erreicht werden kann. Weiter will die Bank die Dekarbonisierung der Energieversorgung durch verstärkte Förderung emissionsarmer oder emissionsfreier Technologien voranbringen, um bis 2030 EU-weit einen Erneuerbare-Energien-Anteil von 32 Prozent zu erreichen.
Andrew McDowell, EIB-Vizepräsident mit Aufsicht über den Energiebereich, wird konkret: „Ab Ende 2021 finanziert die Bank der EU keine fossilen Energieprojekte ohne CO2-Minderung mehr. Das gilt auch für Gas. Ich danke allen, die sich in den vergangenen Monaten an der größten Befragung der Öffentlichkeit in der Geschichte der EIB beteiligt haben.“
Übergreifende Klima-Strategie
In den vergangenen fünf Jahren stellte die Europäische Investitionsbank mehr als 65 Milliarden Euro für Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieverteilung bereit. Mit der heutigen Ankündigung endet zugleich ein Überprüfungsverfahren, in das sich die Industrie, Institutionen, die Zivilgesellschaft und die breite Öffentlichkeit einbringen konnten. Bei der Bank waren seit Januar über 149 schriftliche Beiträge von Organisationen und Privatpersonen sowie Petitionen mit mehr als 30.000 Unterschriften eingegangen.
Der Verwaltungsrat der EIB hat außerdem eine neue Strategie für Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit genehmigt. Darin geht es um drei Schwerpunkte: Die EIB-Gruppe will im entscheidenden Zeitraum von 2021 bis 2030 Investitionen von einer Billion Euro in Klimaschutz und ökologische Nachhaltigkeit fördern.
Anteil der Finanzierungen für Klimaschutz steigt
Die Bank wird den Anteil ihrer Finanzierungen für Klimaschutz bis zum Jahr 2025 schrittweise auf 50 Prozent erhöhen und dieses Niveau dann beibehalten. Zudem möchte die Bank sicherstellen, dass ihre Finanzierungen in besonders betroffenen Regionen und Ländern zu einer fairen Energiewende beitragen. (sig)



