Die Europäische Union drängt russische Marktakteure aus dem europäischen Gasspeichermarkt. Im jüngsten Sanktionspaket beschloss der Rat, russischen Staatsangehörigen und Firmen die Buchung von Speicherkapazitäten in der Staatengemeinschaft zu verbieten, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Demnach fällt russisches Flüssigerdgas nicht unter die Neuregelung.
Vor Kriegsausbruch gehörte der russische Energiekonzern Gazprom zu den wichtigsten Akteuren auf dem europäischen Gasspeichermarkt. Über seine damalige Tochterfirma Astora betrieb er unter anderem Deutschlands größten Gasspeicher in Rehden und Jemgum. Zudem vermarkteten Gazprom-Töchter Österreichs größten Gasspeicher in Haidach. Noch immer ist Gazprom Export-Anteilseigner am Speicher Peissen in Sachsen-Anhalt.
Gazprom früher Großkunde in EU-Speichern
Inzwischen ist Astora mit ihrer Muttergesellschaft Sefe in bundesstaatlicher Hand. Der Speicher Haidach wiederum wird teils von Astora und teils vom österreichischen Speicherunternehmen RAG vermarktet.
Die EU-Sanktionen zielen jedoch auf die Bewirtschaftung von Speichern ab. Hierzu gibt es keine offiziellen Daten. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass der Gazprom-Konzern bis zum Frühsommer 2022 offenbar wesentlicher, wenn nicht sogar alleiniger Speicherkunde Rehdens war und erhebliche Speicherkapazitäten in Haidach gebucht hatte. Auch im niederländischen Riesenspeicher Bergermeer hatte Gazprom Nutzungsrechte, die ihm im Laufe des vergangenen Jahres entzogen wurden.
Frühere Gazprom-Speicher gut gefüllt
Inzwischen ist Rehden, der im Sommer 2022 vom Marktgebietsverantwortlichen THE befüllt wurde, trotz fortgeschrittenen Winters noch immer zu 86 Prozent voll, wie der Transparenzplattform AGSI zu entnehmen ist. Demnach wies Jemgum einen Füllstand von 85 Prozent auf.
Der von Astora vermarktete Teil Haidachs war zu 66 Prozent voll, für den anderen Teil lagen keine gesonderten Daten vor. Der Speicher im niederländischen Bergermeer war zuletzt zu 58 Prozent gefüllt. (aba)



