Die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind laut einer Erhebung von Verivox auf Jahressicht um 28,2 Prozent gestiegen.

Die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind laut einer Erhebung von Verivox auf Jahressicht um 28,2 Prozent gestiegen.

Bild: © Ilya Rumyantsev/Adobestock

Frankreich hat bei einem Treffen der EU-Wirtschafts- und Finanzminister für ein neues Instrument gegen hohe Energiepreise geworben. Die Minister diskutierten am Dienstag einen Vorschlag des französischen Finanzministers Bruno Le Maire, einen «automatischen Stabilisierungsmechanismus» zu schaffen, um Verbraucher vor künftigen Strompreisanstiegen zu schützen.

Produzenten von billigem Ökostrom oder Atomstrom sollten seiner Ansicht nach ihre Profite durch die hohen Strompreise an Verbraucher verteilen. EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis sagte bei einer Pressekonferenz, die Kommission habe bei der Energieregulierungsbehörde Acer eine Studie in Auftrag gegeben, um den Strommarkt genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Forderung nach einer dauerhaften Entkopplung von Strom- und Gaspreis wird konkreter

Besonders Produzenten von Ökostrom oder Atomstrom haben von den zuletzt gestiegenen Strompreisen profitiert, da ihre Produktionskosten niedrig geblieben sind im Vergleich zur teuren Stromproduktion mit Gas.

Frankreich will, dass das auch Verbrauchern zugutekommt - also sollten Stromproduzenten diese Gewinne an Haushalte zurückverteilen. Mit dem Vorschlag macht Paris frühere Forderungen nach einer dauerhaften Entkopplung des Strom- und Gaspreises konkreter. Laut Le Maire unterstützen auch Spanien, Griechenland und Tschechien den Vorschlag.

Ob solche Maßnahmen umgesetzt werden könnten, ist jedoch unklar. Deutschland und acht weitere Länder hatten sich vor rund zwei Wochen gegen eine umfangreiche Reform der Energiemärkte ausgesprochen.

Rasanter Preisanastieg

«Da der Preisanstieg internationale Treiber hat, sollten wir sehr vorsichtig sein, bevor wir im Aufbau der internen Energiemärkte eingreifen», schrieb die Bundesregierung in einem Positionspapier, unter anderem mit Österreich und Luxemburg.

Die Energiepreise steigen seit Monaten rasant an, unter anderem wegen der hohen Nachfrage im Zuge der Erholung von der Corona-Krise und Engpässen beim Angebot. Laut dem Vergleichsportal Check24 stiegen Grundversorgungspreise für Gasverbraucher in Deutschland im Oktober um knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, Stromgrundversorgungspreise um sechs Prozent.

Für viele Verbraucher, die nicht in der Grundversorgung sind, dürften die Preise allerdings noch deutlicher gestiegen sein. Auch andere EU-Länder sind vom Preisanstieg stark betroffen. (dpa/hoe)

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