Wirtschaftsminister Bruno Le Maire will Frankreichs Strompreisbremse bis Anfang 2025 verlängern, wie er im Nachrichtensender LCI bekanntgab. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau seien die Tarife nämlich noch immer "sehr hoch", erklärte er.
Die französische Regierung hatte wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl 2022 eine großzügige Preisbremse eingeführt. In der Folge wurden die Preisanstiege für Haushaltskunden und kleine Unternehmen auf vier Prozent im Jahr 2022 gedeckelt. Ab Februar 2023 war eine weitere Steigerung von durchschnittlich 15 Prozent möglich.
Massive AKW-Probleme
Der staatliche Eingriff war insbesondere auf Kosten des fast vollständig verstaatlichten Energieriesen EDF gegangen, der die meisten Stromkunden in Frankreich beliefert. Der Konzern wurde zudem dazu verpflichtet, selbst produzierten Strom zu günstigeren Preisen an die Konkurrenz zu verkaufen, um die Einhaltung des Strompreisdeckels zu gewährleisten. In der Folge häufte EDF allein im vergangenen Jahr einen Verlust von 18 Mrd. Euro an.
Zu allem Überfluss bereitete der alternde Kernkraftwerkpark dem Unternehmen im vergangenen Jahr massive Probleme. Wegen Reparatur- und Wartungsarbeiten fiel zeitweise mehr als die Hälfte der 56 Reaktoren landesweit aus.
EDF weiter mit Problemen
Auch für dieses Jahr rechnet EDF mit einer historisch niedrigen Stromproduktion von 300 bis 330 TWh. Neu entdeckte kleine Risse an bereits vom Netz genommenen Kernkraftwerken hatten im März neue Zweifel an den Comebackplänen des französischen Konzerns gesät. (Die ZfK berichtete.)
Derzeit bleibe die Stromerzeugung "ein wenig unterhalb dessen, was wir erwarten konnten", sagte auch Le Maire. Das trage dazu bei, dass die Strompreise noch höher seien. Nun gelte es, die staatliche Preisbremse so auslaufen zu lassen, dass sich seine Landsleute keine Sorgen machen müssten.
Gaspreisbremse soll enden
Anders bewertet der französische Wirtschaftsminister im Übrigen die Lage auf dem Gasmarkt. Die ebenfalls eingeführte Gaspreisbremse will Le Maire angesichts gefallener Großhandelspreise nicht mehr fortführen.
Die Bremse laufe noch dieses Jahr aus, verkündete er. Von 1. November 2021 bis Ende 2022 hatte die Regierung die Gaspreise für viele Endkunden eingefroren. Für dieses Jahr waren Preissteigerungen von maximal 15 Prozent erlaubt. (aba)



