Umweltministerin Svenja Schulzes Gesetzentwurf sieht auch den schrittweisen Ausstieg für Biokraftstoffe aus Palmöl vor.

Umweltministerin Svenja Schulzes Gesetzentwurf sieht auch den schrittweisen Ausstieg für Biokraftstoffe aus Palmöl vor.

Bild: © BMU/photothek/Thomas Trutschel

Deutschland will weitere 550 Mio. Euro für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft investieren. Die Förderbank KfW soll dazu zwei Wasserstofffonds auflegen. Das kündigten Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Stefan Wenzel auf der 27. UN-Klimakonferenz im ägyptischen Scharm El-Scheich an.

Die Ministerien wollen zwei spezielle Wasserstoff-Fonds neu schaffen: Der "Ptx-Entwicklungsfonds" soll Wasserstoff-Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern, der "Ptx-Wachstumsfonds" wiederum soll den globalen Markthochlauf und Infrastruktur für grünen Wasserstoff insgesamt beschleunigen.

Förderlücke schließen

"Viele Entwicklungsländer bieten beste Bedingungen für die Produktion, doch es besteht die Gefahr, dass sie trotzdem aus den Wertschöpfungsketten der Zukunft ausgeschlossen werden", sagte Schulze. "Denn Förderprogramme gibt es bisher vor allem in reichen Ländern. Von den Wertschöpfungsketten der Zukunft müssen auch die Entwicklungsländer profitieren."

Das neue Förderangebot, das von der KfW verwaltet wird, schließe demnach eine Förderlücke: Während das Doppelauktionsmodell H2 Global Wasserstoff-Importe nach Deutschland fördert, sollen die neuen Fonds den Aufbau einer globalen Wasserstoff-Wertschöpfungskette deutlich beschleunigen. Und hierzu insbesondere Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern finanzieren.

Gesamte Wertschöpfungskette

Der Entwicklungsfonds in Verantwortung des BMZ wird mit 250 Mio. Euro ausgestattet, der Wachstumsfonds in Verantwortung des BMWK soll mit 300 Mio. Euro gefüllt werden. Die Fonds sollen in diesem Jahr eingerichtet werden, um zeitnah Investitionen zu ermöglichen, hieß es.

Die Fonds bezuschussten demnach Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Produktion von grünem Wasserstoff, über die Verarbeitung, bis hin zur Speicherung und der Transport-Infrastruktur für den Wasserstoff und Wasserstoff-Folgeprodukte.

Deutsche oder europäische Unternehmen

Die Folgeprodukte könnten in den Partnerländern oder exportiert unter anderem für die Produktion von Düngemitteln aus grünem Ammoniak, als Erdgas-Ersatz für eine CO2-freie Stahl- und Metallerzeugung oder als E-Kerosin für den Flugverkehr, die Schifffahrt oder Schwerlast genutzt werden.

Der Ptx-Wachstumsfonds unterstützt demnach deutsche oder europäische Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Deutschland. Er soll konjunkturwirksame Investitionen bezuschussen, die einen Beitrag zum globalen Markthochlauf von grünem Wasserstoff leisten können. (jk)

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