Die niederösterreichische EVN sieht laut Pressebericht von Abschaltungen ab, sollte jemand in Zahlungsverzug sein. "Es muss sich niemand Sorgen machen, dass Licht oder Heizung nicht funktionieren", selbstverständlich laufe die Versorgung weiter, so Unternehmenssprecher Stefan Zach am Montag zur Austria Presse Agentur (APA).
Vor allem ältere Menschen, die ihre Bankgeschäfte noch persönlich erledigen, müssten dafür das Haus nicht verlassen und könnten später bezahlen, heißt es weiter. Für Kundenbesuche ist das EVN-Service-Center geschlossen, Kontakt sei jedoch per Telefon, E-Mail oder Internet möglich.
Scharfe Sicherheitsvorkehrungen für Schlüsselpersonal
Besonders scharfe Sicherheitsvorkehrungen würden für etwa 100 EVN-Mitarbeiter, die zum Schlüsselpersonal zählen, gelten, schreibt die "Wiener Zeitung". Sie werden von der Außenwelt weitgehend abgeschottet, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. Dies betreffe Schalt- und Steuerungszentralen für Strom, Gas, Wärme und fürs Personal in den Kraftwerken und Biomasseanlagen. Weitere 500 Mitarbeiter seien für Wartungsarbeiten im Einsatz, um Mängel rasch beheben zu können.
Auch beim Verbund-Stromkonzern ist in der Corona-Krise in der Verwaltung auf Telearbeit umgestellt, das Schlüsselpersonal arbeitet vielfach in gesplitteten Teams, etwa in Kraftwerken in getrennten "Arbeitsinseln", um unnötige Kontakte zu vermeiden. Die Priorität liege auf der Gesundheit der Beschäftigten und der Aufrechterhaltung der Stromversorgung, hieß es am Montag auf APA-Anfrage.
Aussetzen von Smart-Meter-Montage angedacht
Wie die EVN beliefert auch Wien Energie demnach die Kunden in der Corona-Krise weiter, auch wenn diese im Zahlungsrückstand sein sollten. Sämtliche Mahnungen würden mit sofortiger Wirkung gestoppt, hieß es am Montag. Es gebe weiterhin Strom und Wärme - solange die Krise andauere, werde es "garantiert keine Abschaltungen" geben, versicherte Geschäftsführer Michael Strebl.
SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll sprach sich in der "Wiener Zeitung" dafür aus, dies als verbindliche Regelung aller Energieversorger zu fixieren. Große EVU hätten das schon von sich aus angekündigt. Außerdem schlug er vor, die derzeit laufende Smart-Meter-Montage auszusetzen, um die Kundenkontakte zu verringern. Das müsse aber in der Anrechnung der Ausrollungsverpflichtung von der E-Control berücksichtigt werden. (sg)



