Das gibt es auch nicht alle Tage. Innerhalb weniger Stunden verkündeten gleich drei größere Stadtwerke, wer künftig an ihrer Spitze stehen wird – wenn auch in einem Fall nur übergangsweise.
Schon länger gesucht haben die Stadtwerke in Augsburg, der drittgrößten Stadt Bayerns. Jetzt wurden sie fündig. Rainer Nauerz kommt aus Kaiserslautern. Dort leitet er bislang als Teil einer Doppelspitze den örtlichen Stadtwerkekonzern. Zuvor hatte er unter anderem bei den Pfalzwerken und dem Frankfurter Versorger Mainova Führungspositionen innegehabt.
Augsburg: Solo statt Doppelspitze
Der 54-Jährige habe den Aufsichtsrat mit seiner Persönlichkeit, seiner Erfahrung und seinen Ideen zur Neustrukturierung der Stadtwerke Augsburg überzeugt, heißt es in einer Pressemitteilung. Zum 1. Mai soll er das neue Amt antreten.
Bereits vergangenen Sommer hatten sich die Schwaben entschieden, statt wie bislang auf eine Doppelspitze auf einen Alleingeschäftsführer zu setzen. Der langjährige Chef Alfred Müllner sowie sein Amtskollege Walter Casazza verließen das Unternehmen. Derzeit leitet Michael Hofmann interimsmäßig die Stadtwerke.
Kaiserslautern: Vom Garten zum Alleingeschäftsführer
Nur wenige Minuten nach der Augsburg-Neuigkeit hatte dann auch Nauerz' aktueller Arbeitgeber, die Stadtwerke Kaiserslautern, Neuigkeiten. Auch das pfälzische Kommunalunternehmen verabschiedet sich von einer Doppelspitze. Denn neben Nauerz gibt Co-Chef Markus Vollmer Ende Juni altersbedingt seinen Posten ab. Das war schon länger bekannt. (Die ZfK berichtete.)
Länger bekannt war zudem, dass Arvid Blume neuer Vorstand werden wird. Neu ist, dass er das Unternehmen künftig ohne Amtskollegen leiten wird. "Noch gar nicht im neuen Job, da ist schon alles anders", kommentierte er. "Was für eine spannende Zeit!" Der Energiemanager hatte zuvor unter anderem beim Mannheimer Versorger MVV Karriere gemacht und zuletzt den Netzbetreiber Stuttgart Netze geleitet. Derzeit bewirtschaftet er laut eigenem Linkedin-Profil "intensiv den Garten". Wohl nicht mehr lange. Am 1. Mai geht es für ihn in Kaiserslautern los.
Interimschef in Kassel
Etwas anders gelagert ist die Situation in Kassel, der dritten deutschen Großstadt, die am Donnerstag einen neuen Stadtwerkechef bekanntgab. Branchenbeobachter mag das überraschen. Schließlich kündigte der nordhessische Versorger bereits im Januar an, wer den zur Mainova wechselnden Michael Maxelon ersetzen würde: Carsten Harkner nämlich, bislang kaufmännischer Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg. (Die ZfK berichtete.)
Der kleine Haken dabei: Harkner kommt erst zum 1. Juli. So lange aber wollte oder konnte die Kasseler KVV-Gruppe offenbar nicht warten und verpflichtete deshalb nun Stefan Grützmacher als Übergangschef für das zweite Quartal.
Grützmacher in ungewohnter Rolle
Für Grützmacher mag sich das Engagement möglicherweise anfangs etwas ungewohnt anfühlen. Denn anders als bei seinen Feuerwehreinsätzen in Münster oder Osnabrück muss der frühere Gasag-Chef diesmal wohl keine Brände löschen.
"Die KVV-Gruppe braucht einen Geschäftsführer in erster Linie für die Aufrechterhaltung ihrer Handlungsfähigkeit aus gesellschaftsrechtlichen Gründen", wird er in der Pressemitteilung zitiert. "Dafür bin ich hier." (aba)
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