Verkünden den neuen Beschluss: Bernd Petelkau (CDU), Christiane Martin, Anne Lütkes (beide Grüne) und Christian Joisten (SPD).

Verkünden den neuen Beschluss: Bernd Petelkau (CDU), Christiane Martin, Anne Lütkes (beide Grüne) und Christian Joisten (SPD).

Bild: © Stadtwerke Köln

Die Stadtwerke Köln suchen eine neue hauptamtliche Geschäftsführerin beziehungsweise einen Geschäftsführer. Das Aufgabengebiet soll dabei Finanzen, Steuerung und Konzerncontrolling umfassen, wie das kommunale Unternehmen mitteilt. Das habe der Aufsichtsrat beschlossen.

Laut Aufsichtsratschefin Anne Lütkes (Grüne) soll die Stelle schnell ausgeschrieben werden: "Meine persönliche Meinung ist, dass wir es bis zur Sommerpause schaffen, aber wir wollen uns da nicht festlegen. Wir wollen eine saubere und ordentliche Suche", lässt sich Lütkes von der "Kölner Rundschau" zitieren.

Lange Vorgeschichte

"Das Verfahren hatte 2018 keinen guten Start. Es war rechtlich umstritten und politisch nicht korrekt. Deshalb haben wir die Frage nach der Organisationsstrukturstruktur der SWK- Geschäftsführung im letzten Jahr im Aufsichtsrat auf der Grundlage legitimierter Beschlüsse neu aufgerollt", so Lütkes weiter. Die Vorsitzende war im Zuge der damaligen Postenaffäre in den Aufsichtsrat aufgerückt.

Die Findungskommission soll dieses Mal ausgeglichen besetzt werden. Zuvor hatte ein Wirtschaftsberater-Gutachten die Schaffung der Stelle aus unternehmerischen Gründen empfohlen, wie die Lokalzeitung weiter berichtet.

Neues hauptamtliches Mitglied

"Für die Herausforderungen beim Klimaschutz, der Mobilitätswende und der Digitalisierung und nun auch der energiewirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine setzt der Aufsichtsrat auf verstärkte Zusammenarbeit der Konzerngesellschaften untereinander sowie mit der Stadt Köln. Dabei wird ein hauptamtliches Mitglied die Geschäftsführung insgesamt stärken", erklärt die Aufsichtsratsvorsitzende.

Ein direkter Wechsel aus einem politischen Amt soll dabei jedoch verhindert werden, heißt es. Denn im April 2018 hatten sich die Fraktionsspitzen von SPD, CDU und Grünen auf einen Deal geeinigt, um die Spitzenposten in den städtischen Unternehmen unter den Parteien aufzuteilen.

Wahl wurde 2018 abgesagt

In der Folge sollte der damalige SPD-Fraktionschef Martin Börschel neuer Stadtwerke-Geschäftsführer werden. Die Ausschreibung sollte entfallen. Allerdings geriet der Deal an die Öffentlichkeit und löste einen Skandal aus. Nach heftiger Kritik wurde die Wahl schließlich abgesagt.

Derzeit leiten die Firmenchefs Dieter Steinkamp (Rheinenergie), Stefanie Haaks (KVB) und Timo von Lepel (Netcologne) nebenbei die übergeordneten Stadtwerke, die als Holding fungiert. Steinkamp wirkt derzeit noch als Vorsitzender, soll aber im August aus Altersgründen ausscheiden.

Gleichrangige Stimmrechte

Der oder die neue Geschäftsführerin soll nach Informationen der "Rundschau" nicht über dem Trio stehen. Vielmehr sollen alle vier gleichrangig sein, keiner ein doppeltes Stimmrecht haben. Die einzelnen Unternehmen sollen zudem eigenständig bleiben und geführt werden.

Den nominellen Vorsitz des Quartetts soll dabei ausdrücklich nicht der neue hauptamtliche Geschäftsführer bekommen, sondern einer der drei anderen. Der oder die neue Geschäftsführerin soll offenbar nicht zu viel Macht bekommen. "Wir wollten keinen radikalen Systemwechsel", lässt sich Aufsichtsratsmitglied Bernd Petelkau (CDU) von der lokalen Zeitung zitieren.

Zahlreiche Konzerntöchter

Die Stadtwerke Köln gehören zu einhundert Prozent der Stadt. Zu den Konzerntöchtern gehören unter anderem die Rheinenergie, die KVB (Verkehrsbetriebe), die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln (AWB) sowie die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln (AVG).

Das kommunale Unternehmen hat rund 160 Mitarbeiter*innen und kümmert sich um konzernübergreifende Dienstleistungen, wobei es die Arbeit ihrer Beteiligungsgesellschaften unterstützt. Die neue hauptamtliche Stelle soll an diesem Machtgefüge offenbar nichts ändern. (jk)

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