Die Unternehmensberatung PWC warnt in einer neuen Studie vor den Auswirkungen des Fachkräftemangels. (Symbolbild)

Die Unternehmensberatung PWC warnt in einer neuen Studie vor den Auswirkungen des Fachkräftemangels. (Symbolbild)

Bild: © Gina Sanders/AdobeStock

Mehr als fünf Millionen Menschen arbeiten in Deutschland derzeit im öffentlichen Sektor. Der Personalbedarf kann aktuell schon kaum mehr gedeckt werden und Prognosen legen nahe, dass der Mangel an Fachkräften – ohne dass geeignete Gegenmaßnahmen unmittelbar aufgesetzt werden - von Jahr zu Jahr wachsen wird.

Wie sich der Fachkräftemangel bis zum Jahr 2030 entwickeln wird, hat nun die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland untersucht. In der Studie wurden auch wirksame Gegenmaßnahmen beleuchtet.

Bedarf reduzieren

Selbst unter der optimistischen Annahme, dass die Fachkräftenachfrage im öffentlichen Sektor in den kommenden Jahren konstant bleibt, fehlen demnach bis zum Jahr 2030 mehr als eine Million Fachkräfte. Bereits bis zum Jahr 2025 wächst die zu erwartende Fachkräftelücke um knapp 60 Prozent gegenüber 2021 - von ca. 450.000 auf über mehr als 765.000.

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PwC schlägt in seinem Positionspapier außerdem zehn Maßnahmen vor, mit denen sich der Fachkräftemangel wirkungsvoll reduzieren lässt – um bis zu 610.000 Fachkräfte, also um mehr als die Hälfte der bis 2030 möglichen Personallücke. Die Analyse basiert auf Daten der Bundesagentur für Arbeit, des Statistischen Bundesamts sowie auf Modellierungen der Wirtschaftsforschungsinstitute WifOR Institute und Prognos.

Flexiblere Pensionseintritte

"Wir müssen die wachsende Fachkräftelücke schließen", sagt Rainer Bernnat, Leiter des Bereichs Öffentlicher Sektor bei PwC Deutschland. "Die Zeit zum Handeln ist jetzt." Es würden Maßnahmen benötigt, die das Fachkräfteangebot vergrößern und solche, die die Nachfrage verringerten, ergänzt Volker Halsch, Senior Advisor bei PwC Deutschland und Staatssekretär a.D. des BMF.

Deshalb zielen von den zehn Handlungsempfehlungen fünf Maßnahmen darauf ab, die Anzahl verfügbarer Fachkräfte zu steigern. Dazu gehören flexiblere Renten- und Pensionseintritte, eine Stärkung des Ehrenamts, qualifizierte Zuwanderung, eine Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Sektors, erleichterte Quereinstiege und eine bessere Personalgewinnung.

Pensionäre in Reserve

Die weiteren fünf Handlungsempfehlungen wollen Prozesse optimieren. Hier geht es unter anderem darum, die Verwaltungsdigitalisierung zu beschleunigen, Motivation und Arbeitsfähigkeit zu erhöhen, kritisch zu hinterfragen, welche Dienstleistungen nötig sind, mehr Self-Services und neue Kooperationsansätze mit der Privatwirtschaft, heißt es.

Beim Renten- und Pensionseintritt etwa gehe es vor allem darum, bestehende Möglichkeiten für mehr Flexibilität stärker zu nutzen und auszuweiten. "In bestimmten Berufsgruppen lassen sich beispielsweise Pensionär:innen im Sinne eines Reservistenmodells reaktivieren, um bei Bedarf zu unterstützen, etwa als Lehrer:innen, Polizist:innen oder Ärzt:innen", betont Halsch.

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Quereinstiege aus Privatwirtschaft

Ein weiteres Beispiel sei es, Quereinstiege für Personen zu erleichtern, die vorher in der Privatwirtschaft beschäftigt waren. Jedoch müsse der öffentliche Sektor dazu Anforderungen stärker auf die tatsächlichen Tätigkeiten zuschneiden und die Dauer und Kosten für Umschulungen reduzieren. Auch zentrale Imagekampagnen könnten die Arbeitgeberattraktivität des öffentlichen Sektors deutlich steigern.

Die Studienautoren empfehlen zudem, die Verwaltungsdigitalisierung (weiter) zu beschleunigen."Von schlankeren behördeninternen Prozessen mittels Automatisierung über einen 'Digital Check' von Gesetzen wie in Dänemark bis hin zu Sprunginnovationen für den öffentlichen Sektor durch GovTechs, also innovative Start-up-Unternehmen – die Möglichkeiten sind vielfältig", erklärt Bernnat. (jk)

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