Wird im Juni BDEW-Präsidentin: Entega-Chefin Marie-Luise Wolff.

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Bild: © Entega

Während im letzten Quartal 2021 insgesamt 140.000 offene Stellen nicht besetzt werden konnten, verschärft sich die Lage auf dem auf Arbeitsmarkt im ersten Quartal 2022 noch. In den Ingenieur- und Informatikerberufen konnten 151.300 offene Stellen nicht besetzt werden, heißt es in einer Pressemitteilung vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI).

„Der zuletzt ermittelte Rekordwert an offenen Stellen wird laut aktuellem VDI-/IW-Ingenieurmonitor erneut deutlich überschritten. Der Fachkräftemangel wird damit zum Bremsklotz. Vorhaben wie die beschleunigte Energiewende drohen zu scheitern“, sagte Ralph Appel, Direktor des VDI auf der Hannover Messe 2022. 

Trübe Aussichten beim Blick auf die Zahlen

Laut Axel Plünnecke vom IW Köln kann die durch Klima- und Energiewende steigende Nachfrage an Fachkräften nicht gedeckt werden. „So erwarten für die kommenden fünf Jahre 32 Prozent aller Unternehmen und sogar 63 Prozent aller Unternehmen ab 250 Beschäftigten einen steigenden Bedarf an IT-Experten speziell zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien und Produkte.“ 

Der Ausblick sei trübe, da die Anzahl der Studienanfänger*innen in Ingenieurwissenschaften und Informatik in den letzten fünf Jahren um rund 15 Prozent gesunken ist. „Daher ist in den kommenden Jahren weiterhin mit sinkenden Zahlen an Absolventinnen und Absolventen zu rechnen“, sagte Plünnecke auf der Hannover Messe.

Auf 100 Arbeitslose kommen 418 offene Stellen

Rekordwerte zeigen sich vor allem in den Ingenieurberufen Bau, Energie- und Elektrotechnik sowie in den Informatikerberufen. Setzt man die Zahl der offenen Stellen in Bezug zur Zahl der Arbeitslosen, ergibt sich die Engpasskennziffer in Ingenieur- und Informatikerberufen. Im ersten Quartal 2021 kamen rechnerisch auf 100 Arbeitslose noch 222 offene Stellen. Im ersten Quartal 2022 stieg diese Engpasskennziffer auf 418 offene Stellen je 100 Arbeitslose.

Bayern und Sachsen am schlimmsten betroffen

Am größten sind die Engpässe gemessen an der Engpassrelation in Bayern mit 598 gefolgt von Sachsen mit 567 und Sachsen-Anhalt/Thüringen mit 544 gesamtwirtschaftlichen Stellen je 100 Arbeitslosen. In den ostdeutschen Bundesländern ist vor allem die demografische Entwicklung ein Grund der hohen Engpässe, in Bayern hingegen das hohe Beschäftigungswachstum. Am geringsten ist die Engpassrelation in Berlin/Brandenburg mit 268 Stellen je 100 Arbeitslosen.

Was ist also aus Sicht des VDI notwendig? 

Der VDI fordert, die Fachkräftezuwanderung zu vereinfachen und eine Entbürokratisierung auf breiter Ebene zu ermöglichen. Wir brauchen als weiteren Mosaikstein zur Bewältigung des Fachkräftemangels die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland.“

Der komplette VDI-Monitor zum Fachkräftemangel kann hier heruntergeladen werden. (gun)

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