In den nächsten fünf Jahren will die Frankfurter Mainova AG rund zwei Mrd. Euro in die Energiewende investieren, etwa in den Ausbau erneuerbarer Energien und der Netze. Finanziert werden soll bis zur Hälfte dieser Investitionssumme über eine Kapitalerhöhung.
Die ordentliche Hauptversammlung des Regionalversorgers wird am 30. August über die Schaffung eines genehmigten Kapitals in Höhe von rund einer Mrd. Euro entscheiden. Das würde der Ausgabe von bis zu 2,78 Mio. neuen Stückaktien entsprechen.
Bei diesem Beschluss geht es allein um die Genehmigung des Umfangs einer möglichen Kapitalerhöhung. Auf der Grundlage dieser Entscheidung könnte der Vorstand der Mainova innerhalb der nächsten fünf Jahre gemeinsam mit dem Aufsichtsrat eine Kapitalerhöhung vornehmen.
Bestehende Aktionäre haben ein Vorkaufsrecht
Die Stadt Frankfurt am Main als Hauptaktionärin hält über die Stadtwerke Frankfurt am Main Holding 75,2 Prozent der Anteile an der Mainova, 24,5 Prozent gehören der Thüga AG und die restlichen 0,3 Prozent befinden sich in Streubesitz. Im Beschlussvorschlag zur Hauptversammlung Ende August wird den Aktionären ein Vorkaufsrecht eingeräumt.
Laut Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) ist davon auszugehen, dass die Stadt Frankfurt im Rahmen einer Kapitalerhöhung mindestens ihre Beteiligung von 75,2 Prozent sichern wird. Das entspricht einem Finanzierungsvolumen von rund 750 Mio. Euro.
Um die erforderlichen Finanzierungsbeiträge bereitstellen zu können, werde der Magistrat mit dem Haushaltsentwurf 2024/25 im Finanzhaushalt Vorsorge treffen, teilte der Stadtkämmerer Ende Juli in einer Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung mit.
Attac und Fridays for Future fordern Vergesellschaftung der Mainova
Ob und in welchem Umfang die Thüga an einer Kapitalerhöhung partizipieren würde, ist noch offen, wie ein Sprecher auf ZfK-Anfrage mitteilte. Schließlich seien die Konditionen noch nicht geklärt.
Fridays for Future und Attac warnten hingegen vor einer Teilprivatisierung des Energieversorgers. Die Stadt Frankfurt müsse "100 Prozent der Anteile übernehmen und die Mainova in eine gemeinwohlorientierte Anstalt öffentlichen Rechts überführen", wird Alexis Passadakis von Attac in der „Frankfurter Rundschau“ zitiert. Mainova will laut eigenen Angaben bis spätestens 2040 klimaneutral sein.
Alsheimer im ZfK-Podcast: Allein Wärmewende in Frankfurt kostet 10 Mrd. Euro
Der scheidende Mainova-Chef Constantin Alsheimer - er wechselt Ende des Jahres an die Spitze der Thüga AG - hatte im Frühjahr im ZfK-Podcast "Jetzt mal unter uns" allein die Kosten der Wärmewende in Frankfurt auf rund zehn Mrd. Euro taxiert. In der Podcastfolge geht es vor allem um das Thema Finanzierung der Energiewende. Das gesamte Gespräch können Sie hier nachhören. (hoe)



