2025 wurde so viel Sonnenstrom wie noch nie ins Netz eingespeist, das machte sich auch am Strommarkt bemerkbar.

2025 wurde so viel Sonnenstrom wie noch nie ins Netz eingespeist, das machte sich auch am Strommarkt bemerkbar.

Bild: © Adobe Stock/ultramansk

Im vergangenen Jahr kauften die Stromhändler wieder teuer ein, das zeigen die von der Bundesnetzagentur auf der Plattform Smard veröffentlichten Daten. Der durchschnittliche Großhandelsstrompreis am Day-Ahead-Markt lag demnach im abgelaufenen Jahr bei 89,32 Euro je Megawattstunde. Das entspricht einem Anstieg von 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 78,51 Euro je Megawattstunde.

Wie ineffizient das System noch ist, zeigt der Anstieg bei den negativen Preisen. Sie entstehen, wenn mehr Strom in das Netz eingespeist werden könnte, als benötigt wird. Negative Großhandelspreise traten in 573 von 8760 Stunden auf, also bei 6,5 Prozent. Im Vorjahr waren es 457 von 8784 Stunden, das sind 5,4 Prozent und somit weniger.

Großhandelspreise von mehr als 300 Euro je Megawattstunde weist die Bundesnetzagentur noch einmal gesondert aus. Diese traten im abgelaufenen Jahr in 40 Stunden auf, 2024 war dies in 41 Stunden der Fall (da 2024 ein Schaltjahr war, unterscheidet sich die Anzahl der Gesamtstunden).

Der höchste Großhandelspreis des Jahres lag bei 583,40 Euro je Megawattstunde. Es gab ihm am Montag, den 20. Januar in der Stunde von 17 bis 18 Uhr, berichtet die Bundesnetzagentur. Bei einem prognostizierten Stromverbrauch von 69,7 Gigawattstunden wurden in dieser Stunde nur etwa 3,4 Gigawattstunden Einspeisung durch Photovoltaik und Wind vorausgesagt. Deren tatsächlich realisierte Erzeugung lag bei rund 4,6 Gigawattstunden und der realisierte Stromverbrauch bei 70,6 Gigawattstunden. Da die Preisbildung im Stromgroßhandel zum größten Teil am Day-Ahead-Markt erfolgt, sind die prognostizierten Werte ausschlaggebend für die Entwicklung der Großhandelspreise.

Schwankende Großhandelspreise

Laut Bundesnetzagentur schwankten die Großhandelspreise im Jahr 2025 deutlicher als im Vorjahr. Zwar lagen die extremen Preisspitzen 2024 deutlich höher, 2025 bewegten sich die Großhandelspreise jedoch wesentlich häufiger im Bereich über 100 Euro je Megawattstunde. Dadurch fielen die durchschnittlichen Großhandelspreise letztendlich höher aus, obwohl es auch mehr Stunden gab, in denen die Preise niedriger oder im negativen Bereich waren.

Insgesamt exportierte Deutschland im abgelaufenen Jahr 54,3 Terawattstunden Strom, 11,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Stromimporte beliefen sich auf 76,2 Terawattstunden, ein Rückgang um 1,3 Prozent. Daraus ergibt sich ein Nettoimport von 21,9 Terawattstunden. Im Vorjahr betrug der Nettoimport 28,3 Terawattstunden.

Mehr Solar aus Deutschland

Betrachtet man den energieträgerscharfen Außenhandel, so machte der Energieträger Wind Onshore 2025 wie im Vorjahr den größten Teil der Stromexporte aus. Der Anteil an den Gesamtexporten fiel jedoch von 31,6 Prozent auf 28,7 Prozent. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil der Photovoltaik an den Stromexporten von 14,4 Prozent auf 17,7 Prozent. Bei den übrigen Energieträgern gab es nur wenig Veränderung. 63,9 Prozent der Exporte stammten aus erneuerbaren Quellen, im Vorjahr waren es 64,3 Prozent.

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