Die Turbulenzen auf den Energiemärkten haben den Stadtwerken Memmingen das Geschäftsjahr 2021 verhagelt: 3,6 Millionen Verlust fuhren die Bayern ein, 3,3 Millionen davon allein in der Gassparte. Zum Vergleich: Noch im Vorjahr hatte das Kommunalunternehmen dort ein Plus von 2,7 Millionen Euro erzielt.
Zwar hätten die Stadtwerke inmitten rasant steigender Preise im Großhandel ihre Grundversorgungspreise viermal angepasst, heißt es in einer Pressemitteilung. Dennoch hätten sie im zweiten Halbjahr 2021 sowie im ersten Halbjahr 2022 im Zeitraum zwischen Bekanntgabe und Inkrafttreten der neuen Preise jeweils einen Verlust von rund 1,5 Millionen Euro gemacht.
Zweiter Verlusttreiber: die Parkhäuser
Auch die Parkhäuser weisen ein Minus in Höhe von rund 680.000 Euro aus. Diese Verluste seien jedoch auf Steuernachzahlungen zurückzuführen, teilt die Stadt mit. In diesem Jahr habe das Kommunalunternehmen bislang ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftet.
Auch andere Stadtwerke hatten 2021 ungeplante Verluste
Die Bilanz steht im Kontrast zum Vorjahr: 2020 erwirtschaftete der Betrieb einen Gewinn von 2,9 Millionen Euro. Die Stadtwerke Memmingen sind bei weitem nicht der einzige Kommunalversorger, der im vergangenen Jahr ins Minus rutschte. Die Stadtwerke Deggendorf beispielsweise fuhren 5,5 Mio. Euro Verlust ein und die Stadtwerke Osnabrück fast 17 Mio. Euro.
In zwei Geschäftsfeldern erzielten die Stadtwerke Memmingen positive Erträge: In der Wassersparte betrug der Gewinn rund 400.000 Euro. Im Bereich Photovoltaik/Wärmeversorgung blieb er mit 12.000 Euro gleich.
Memmingen ist stabil aufgestellt
Seit Mai 2022 können die Stadtwerke Memmingen nach eigenen Angaben wieder kostendeckend arbeiten. "Die Zahlungsfähigkeit der Stadtwerke war unterjährig stets gesichert", sagte Peter Domaschke, Leiter der Stadtwerke Memmingen. Aufgrund der hohen Eigenkapitalquote sei die Vermögens- und Finanzlage der Stadtwerke auch in dieser schwierigen Zeit stabil geblieben. Die Eigenkapitalquote der Stadtwerke beträgt demnach 66 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent verringert. Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 33,1 Millionen Euro. (pfa/aba)



