Bereits heute liefern sechs Windräder im Hamburger Hafen Energie.

Bereits heute liefern sechs Windräder im Hamburger Hafen Energie.

Bild: © Hamburger Energiewerke

Hamburg will die erneuerbaren Energien im Hamburger Hafen weiter ausbauen. Dafür gründen die beiden städtischen Gesellschaften Hamburg Port Authority (HPA) und Hamburger Energiewerke (HEnW) ein Joint Venture.

Die neue Gesellschaft „Erneuerbare Hafenenergie Hamburg GmbH“ wird in einer gleichberechtigten Partnerschaft geführt, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die HPA ist für die Bewirtschaftung und Entwicklung der Flächen im Hafen zuständig und gleichfalls Stromabnehmerin. Die HEnW soll die nötige Erfahrung für die Planung, den Bau und den Betrieb von Anlagen zur Produktion von Erneuerbaren Energien mitbringen.

Konkrete Vorhaben über 70 MW werden geprüft

Im ersten Schritt werden im Rahmen von Machbarkeitsprüfungen konkrete Vorhaben mit einem Gesamtpotenzial von zirka 70 Megawatt überprüft.

Darüber hinaus werden kontinuierlich weitere Flächen für den weiteren Ausbau im Hafen untersucht.  Insbesondere die zusätzliche Nutzung von Flächen, die bislang ungenutzt sind – etwa Dachflächen von Hallen und Lagern, oder Randbereiche – berge Chancen.

Hafen soll grüner werden

„Ein großer Teil des Strombedarfs der Hafenwirtschaft, der HPA und der Hafenunternehmen soll nun mittelfristig aus erneuerbaren Energien wie Windkraft und PV-Anlagen gedeckt werden“, erklärt Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima und Energie und.

Bereits jetzt sei es in Hamburg gelungen im besonders schwierigen Umfeld des Hafens Windkraftanlagen aufzustellen. „Das ist europaweit selten und bundesweit in der Menge einzigartig.“

Industriegebiete haben eigene Herausforderungen

In Industriegebieten sei es schwierig, große Windanlagen zu errichten, da alle umliegenden Grundstückseigentümer dem zustimmen müssten, betonte der Senator in der Vergangenheit.

Hamburg hat allerdings die vom Bund vorgegebene Zielmarke, bis 2032 0,5 Prozent der Fläche Hamburgs für Windkraft auszuweisen. Dafür setzt der Senator auch auf die Hafenflächen.

„Windkraftanlagen im Hafen zu errichten ist nicht trivial." -Michael Prinz, CEO Hamburger Energiewerke

„Windkraftanlagen im Hafen zu errichten ist nicht trivial, da die Genehmigungsauflagen dort sehr viel strenger als auf der grünen Wiese sind“, erläutert Michael Prinz, Geschäftsführer der Hamburger Energiewerke.

Neben Naturschutzbelangen und dem Flugverkehr seien auch besondere Betriebsbedingungen zu berücksichtigen, damit sich die Windkraftanlagen in die dortige Infrastruktur und den Betrieb der ansässigen Unternehmen reibungslos einfügen.

Die Hamburger Energiewerke haben bereits sechs Anlagen im Hafen errichtet.

Gründung noch dieses Jahr

Die Gesellschaft soll im Frühjahr dieses Jahres vorbehaltlich eines positiven Ergebnisses der Prüfung nach Landeshaushaltsordnung gegründet werden.

Über die zukünftigen Freiflächen-PV- und Windkraftanlagen sollen maßgeblich die HPA und Hafenunternehmen vor Ort mit grünem Hafenstrom versorgt werden.

Den Betrieb der Anlagen soll die HEnW gewährleisten, die den erzeugten erneuerbaren Strom anschließend auch abwickelt und an die Stromabnehmer liefern wird. (pfa)

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