Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft den Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung im Zusammenhang mit der Insolvenz der Stadtwerke Bad Belzig. Bei dem möglichen Tatverdächtigen handelt es sich um den ehemaligen Geschäftsführer, Hüseyin Evelek, wie eine Sprecherin der Behörde bestätigte.
Konkret geht es wohl um die Frage, ob die Geschäftsführung den Antrag auf ein Insolvenzverfahren rechtzeitig gestellt hat. Im Gesetz ist dazu eine Dreiwochenfrist vorgesehen. Sie setzt ein, sobald die Insolvenzgründe bekannt geworden sind.
Verfahren wegen Untreue
Die Staatsanwaltschaft will nun prüfen, wann die Insolvenz in der Geschäftsführung bekannt war. Dagegen sind offenbar keine Ermittlungen gegen die Mitglieder des Aufsichtsrats geplant.
Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Potsdam bereits davon abgesehen, ein Verfahren wegen des Verdachts der Untreue einzuleiten. Auch dieses hätte sich gegen den Ex-Geschäftsführer Evelek gerichtet.
Juristisches Nachspiel offen
Jedoch hatten die Staatsanwälte damals kein strafrechtlich relevantes Verhalten des ehemaligen Stadtwerke-Chefs festgestellt, um den Tatbestand der Untreue zu erfüllen.
Ob das aktuelle Verfahren das letzte juristische Nachspiel in Belzig ist, bleibt weiter offen. "Wir prüfen jede strafrechtliche Anzeige, die bei uns erstattet wird", sagte die Sprecherin. Woher die Anzeige wegen des Verdachtes der Insolvenzverschleppung kam – dazu schweigt die Behörde. (jk)



