Das Amtsgericht Potsdam hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Stadtwerke Bad Belzig (SWBB) eröffnet. Das gab das Gericht bekannt. Es ordnete demnach die von der SWBB-Geschäftsführung beantragte Eigenverwaltung an.
Das Gericht ernannte den Berliner Rechtsanwalt Jürgen Spliedt zum Sachwalter, hieß es. Der Jurist war in dem bisher vorläufigen Verfahren bereits der vorläufige Sachwalter.
Betrieb soll erhalten bleiben
Mit der Insolvenz in Eigenverwaltung soll der Betrieb erhalten werden, wie es in der Insolvenzbekanntmachung heißt. Die beiden kommissarischen Geschäftsführer der SWBB, Thomas Tanneberg und Eckhard Schindelhauer, sollen die Geschäfte des kommunalen Versorgers weiterführen.
Die Gläubiger der insolventen Stadtwerke haben nun nach Angaben des Amtsgerichtes Potsdam bis zum 18. Mai dieses Jahres Zeit, ihre Forderungen beim Sachwalter anzumelden. "Die Gläubiger werden aufgefordert, dem Sachwalter unverzüglich mitzuteilen, welche Sicherungsrechte sie an beweglichen Sachen oder an Rechten der Schuldnerin in Anspruch nehmen" , heißt es in der Erklärung.
Suche nach Investoren läuft
Für die Kunden soll sich jedoch nichts ändern. "Die Versorgung ist sichergestellt" , beteuert Spliedt. Die Stadtwerke würden normal weiterarbeiten.
Noch ist allerdings unklar, ob sich ein Geldgeber in das zahlungsunfähige Unternehmen einkauft. "Wir schauen jetzt, ob es jemanden gibt, der als Investor in Frage kommt" , erklärte Spliedt.
Remondis offenbar Kandidat
Bestätigt ist bereits, dass die Stadtwerke Potsdam sich gerne in das Unternehmen einkaufen würden. Sie beliefern bereits einen Teil der Bad Belziger Stromkunden. Die Stadtwerke in Brandenburg an der Havel hatten zudem Interesse bekundet, die Wassersparte der SWBB zu übernehmen.
Neu ist, dass auch der Entsorgungs-Riese Remondis sich ein Engagement vorstellen kann. "Mit Remondis laufen genauso wie mit anderen Interessenten Gespräche", so Spliedt weiter.
Stadt könnte auch aussteigen
Eine Entscheidung über einen Zuschlag sei jedoch noch nicht gefallen. Noch seien alle Optionen denkbar.
Unter anderem wird auch ein Verkauf geprüft, bei dem die Stadt Bad Belzig ihre Anteile abgibt. Daneben könnte die Stadt das Unternehmen auch in Eigenregie behalten oder sich die Stimmrechte teilweise mit einem Investor teilen. Darüber entschieden letztlich die Gläubiger, erklärte der Rechtsanwalt. (jk)



