Für das Geschäftsjahr 2022 verzeichnet die Badenova einen Bilanzgewinn von 60,4 Mio. Euro (2021: 53,7). Der Umsatz liegt bei rund 1,263 Mrd. Euro (2021: 1,062).
Die Badenova sei souverän durch das vergangene Jahr gesteuert und man hätte zu keinem Zeitpunkt vor einer wirtschaftlichen Schieflage zittern müssen, teilte das Energieunternehmen aus Freiburg mit.
Drei wesentliche Gründe dafür erklärt Vorstand Hans-Martin Hellebrand:
- Badenova verfolge stets langfristige Strategien am Beschaffungsmarkt. Daher sei das Unternehmen nicht sonderlich stark von den extremen Preisschwankungen betroffen gewesen.
- Durch das bewusste Heizverhalten der Menschen musste kurzfristig keine Energie am Markt zugekauft werden, es konnten gar Übermengen verkauft werden.
- Der generell milde Winter sorgte allgemein für einen moderaten Heizbedarf.
Regionale Gesellschafter und Innovationsfonds profitieren
Der überwiegende Teil des Bilanzgewinns, nämlich 53,9 Mio. Euro, werde an die Gesellschafter ausgeschüttet. Unter ihnen zählt der regionale Energieversorger 97 Gesellschafterkommunen zwischen Oberrhein und Nordschwarzwald.
Weitere 2,9 Mio. Euro fließen in den badenova Innovationsfonds für Klima- und Wasserschutz. Damit werden seit zwanzig Jahren innovative und nachhaltige Projekte in der Region gefördert.
Rekordinvestitionen von 760 Millionen Euro geplant
Mit 6,5 Millionen Euro stärkt das Unternehmen seine Innenfinanzierung. Denn die nächsten Jahre würden eine wirtschaftliche Kraftanstrengung, heißt es vom Unternehmen.
Mit rund 760 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre hat badenova das größte Investitionspaket seiner Geschichte verabschiedet. Investiert werden soll unter anderem in erneuerbare Energien und den Umbau der Netze, aber auch in neue Felder wie Geothermie und grüner Wasserstoff sowie in den Ausbau von Technologie, Digitalisierung und Innovation.
Somit muss die Badenova ihre Investitionen noch stark erhöhen; in 2022 lagen diese nur bei 90,4 Mio. Euro.
„Damit möchten wir das Unternehmen in eine energieunabhängige und nachhaltige Welt führen und eine zuverlässige, bezahlbare und klimaneutrale Daseinsvorsorge in der Region ermöglichen“, sagt Vorstand Heinz-Werner Hölscher.
Hohe Ambitionen
Die Ambitionen sind hoch: Bis 2035 will das Energieunternehmen klimaneutral sein und ein Gigawatt grünen Strom pro Jahr produzieren – durch Windkraft und Photovoltaik, größtenteils in der Region ausgebaut. Mit einer Terawattstunde grüner Wärme, davon die Hälfte durch Geothermie, soll im gleichen Zeitraum die Heizversorgung klimaneutral werden.
Für die Kundinnen und Kunden sind ganzheitliche digitale Lösungsangebote geplant: beispielsweise ein plattformbasiertes Baukastensystem, um die Menschen bei ihrer persönlichen Energiewende – etwa einer eigenen PV-Anlage, der Umstieg auf Wärmepumpe oder E-Mobilität – zu begleiten. Ziel sei es, gemeinsam mit den Partnern die Gebäude der Kundinnen und Kunden zu analysieren, Bedürfnisse zu verstehen und die maximale Energieeffizienz zu erreichen, so Hellebrand.
Das badenova-Zielbild trifft auf das Vorrang-Modell
Das Unternehmen verfolge konsequent seine Nachhaltigkeitsziele, welche auf den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) basieren. Unternehmerisches Handeln beginnt hier bei vermeintlichen Kleinigkeiten: Wie der Nutzung regionaler Produkte im Betriebsrestaurant, die Dienstkleidung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder der Ausstattung der Büroräume – es wurden klare Standards definiert, die von den Rohstoffen bis zur fertigen Erzeugung und Auslieferung ambitionierte Nachhaltigkeitsziele verfolgen.
„Wir möchten nicht nur Klimaneutralität propagieren, sondern Vorbild sein“, sagt Vorstand Hölscher.
(pfa)



