Laut einer aktuellen Erhebung von PwC rechnet die Kommunalwirtschaft in den kommenden zehn Jahren mit einem Investitionsniveau von rund 23 Mrd. Euro zur Umsetzung der Energiewende.

Laut einer aktuellen Erhebung von PwC rechnet die Kommunalwirtschaft in den kommenden zehn Jahren mit einem Investitionsniveau von rund 23 Mrd. Euro zur Umsetzung der Energiewende.

Illustration: © Gerd/Adobestock

Die Kommunalwirtschaft steht vor massiven Herausforderungen. Das zeigt auch die jüngst veröffentlichte Mitgliederbefragung des VKU. Gemäß dieser erwartet die Kommunalwirtschaft in den nächsten zehn Jahren einen Investitionsbedarf von knapp 23 Mrd. Euro. Weiteres frappierendes Ergebnis der Erhebung: Nur 30 Prozent der befragten Unternehmen sieht sich in der Lage, die notwendigen Investitionen künftig durch die Innenfinanzierung zu stemmen.

Angesichts dieser Mammutaufgabe wünscht sich Badenova-Chef Hans-Martin Hellebrand, dass die Bundesregierung und die Landesregierungen die „Finanzierungen der kommunalen EVU nicht dem freien Spiel der Kräfte überlassen“. Vielmehr müssten gemeinsam Modelle erarbeitet werden, „wie das Großkapital einen Weg in kommunale Unternehmen findet“. Das sagte der Energiemanager auf Nachfrage bei der Bilanzpressekonferenz am vergangenen Freitag.

"Große EVU haben leichteren Zugang zum Kapitalmarkt"

Der von BDEW, VKU und Deloitte vorgeschlagene Energiewendefonds sei in diesem Kontext eine „ganz wichtige Rahmenbedingung“, um auch privates Kapital für die Energiewende vor Ort zu mobilisieren. „Mein Appell hier lautet, dass man bei diesem Thema nicht den Fuß vom Gas nimmt.“

Große Energieversorger hätten teils einen leichteren Zugang zur Börse oder zum Kapitalmarkt, um ihr Eigenkapital zu stärken als kleinere und mittlere Unternehmen oder Kommunen. Deshalb sei hier jetzt auch die Politik gefordert.

"Zeitstabile Rahmenbedingungen für Wärmewende zentral"

Mit Blick auf die Endlichkeit des konventionellen Gasgeschäfts und eines größeren Teils der Gasnetzinfrastruktur und die dafür notwendigen Regularien und Rahmenbedingungen sei die Branche in einem guten Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Viele Einzelfragen seien hier auch eng verwoben mit der konkreten Ausgestaltung der Wärmewende vor Ort und in den Regionen. „Pauschalaussagen sind hier auf jeden Fall falsch“, so Hellebrand.

Zentral für das Gelingen der Wärmewende seien zeitstabile und verlässliche Rahmenbedingungen über einzelne Legislaturperioden hinweg, etwa mit Blick auf den Umfang der staatlichen Förderung für Wärmepumpen und für Wärmenetze. Badenova plant allein in den nächsten Jahren Investitionen von rund 1,1 Mrd. Euro in die Energie- und Wärmewende vor Ort.

Medienbericht: Badenova plant Austritt aus "Zukunft Gas"

Laut einem Artikel des SWR kündigte der Badenova-Chef am Rande der Bilanzpressekonferenz an, dass das Unternehmen den Branchenverband "Zukunft Gas" verlassen werde. Dies hänge aber nicht mit den jüngsten Forderungen lokaler Klimagruppen in Freiburg zusammen, sondern sei das Ergebnis einer routinemäßigen Kosten- und Nutzenabwägung bei verschiedenen Verbandsmitgliedschaften. Die Entscheidung sei nicht als Statement in Richtung des Lobby-Verbandes zu verstehen.  (hoe)

Podcasts zur Wärmewende und zur Badenova aus dem ZfK-Archiv:

Eine Podcast-Serie der ZfK mit Best-Practice Beispielen aus der Branche

ZfK-Podcast über die digitale Transformation der Badenova

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