Der Kommunalversorger Rheinische Energie AG (Rhenag) hat im vergangenen Jahr das Ergebnis vor Steuern auf 68,5 Millionen Euro (Vorjahr 67,7 Millionen) steigern können. Auch beim Umsatz konnte das Unternehmen zulegen, und zwar auf 58 Millionen Euro (Vorjahr 56,6 Millionen).
Das vergangene Jahr habe ganz im Zeichen der Implementierung der neuen Rhenag-Strategie gestanden, heißt es im Geschäftsbericht, insbesondere der Implementierung der aus dieser Strategie abgeleiteten Projekte in den zentralen Geschäftsbereichen "Beteiligungsgeschäft", "Beratungs- und Dienstleistungsgeschäft" und "Energiegeschäft". Die hier definierten Meilensteine wurden laut Aussage des Unternehmens erreicht. Nach dem Wachstumsschub durch die Rheinland-Kooperation 2023 komme die Rhenag auch auf der Transformationsroadmap planmäßig voran, heißt es weiter.
Gemeinsame Plattformen, standardisierte Prozesse
Der ergebnisstärkste Geschäftsbereich war einmal mehr das Beteiligungsgeschäft mit 43,4 Millionen Euro (2024: 46,9 Millionen). Das Ergebnis des klassischen Beteiligungsgeschäftes ohne Netztöchter lag dagegen leicht über dem Vorjahresergebnis.
Über 30 Beteiligungen bilden heute eines der größten kommunalen EVU‑Netzwerke Deutschlands. 2025 wurde diese Vernetzung weiter vertieft – durch gemeinsame Plattformen, standardisierte Prozesse sowie neue Formen des Wissens- und Erfahrungsaustauschs. "Entscheidend ist für uns, dass unsere Partner durch diese Vernetzung spürbar profitieren", erklärt Rhenag‑Vorstand Till Cremer. Gemeinsam entwickle man Lösungen, nutze Skalierungseffekte und schaffe Strukturen, die Stadtwerke nachhaltig entlasten.
Neue regulatorische Vorgaben treiben Beratungsgeschäft
Deutlich angestiegen ist die Nachfrage nach Beratungs- und Kooperationsdienstleistungen der Rhenag, in diesem Segment kletterte das Ergebnis auf eine Höhe von 6,1 Millionen Euro (2024: 5,3 Millionen).
Die zunehmende Komplexität der Energiewirtschaft führe zu einem wachsenden Bedarf an Orientierung und Unterstützung bei kommunalen Versorger, heißt es dazu in der Pressemitteilung des Energiedienstleisters. Neue regulatorische Anforderungen, der Ausbau von Datenschutz- und Sicherheitsstandards, die Digitalisierung von Prozessen, kommunale Wärmeplanung sowie die Weiterentwicklung von IT‑Landschaften erhöhten die Anforderungen an viele Stadtwerke spürbar.
Vertriebsgeschäft profitiert von Optimierungen und kaltem Wetter
Auch im eigenen Energiegeschäft habe sich Rhenag 2025 strategisch weiter optimiert– stärker kundenzentriert, regional fokussiert und mit einem Ausbau integrierter Lösungen. Moderne Wärmelösungen, Ladeinfrastruktur und kommunale Quartiersprojekte gewinnen dabei weiter an Bedeutung.
Das Rhenag-Energiegeschäft, im Kern handelt es sich um den Vertrieb von Strom, Gas, Wasser und energienahen Dienstleistungen, profitierte von internen Geschäftsoptimierungen und der kalten Witterung im ersten Quartal 2025 und übertraf den Vorjahreswert mit 19,9 Millionen Euro (2024: 15,9 Millionen) deutlich.
Für das laufende Jahr plant Rhenag die Verzahnung innerhalb der eigenen Gruppe zu stärken und identifizierte Wertsteigerungspotenziale in den Beteiligungen zur Entscheidungsreife zu bringen. Gleichzeitig soll das Beteiligungsnetzwerk gezielt um weitere kommunale Stadtwerke erweitert werden.
"Unser Ziel ist es, kommunale Akteure so zu unterstützen und zu vernetzen, dass sie die großen Aufgaben der Energie- und Wärmewende pragmatisch, bürgernah und verlässlich umsetzen können", so Vorstand Jan-Bernd Brüning. Nur so blieben Stadtwerke handlungsfähig.


