Das Elektroauto speichert überschüssige Solarenergie und gibt sie bei Bedarf wieder ans Haus zurück.

Das Elektroauto speichert überschüssige Solarenergie und gibt sie bei Bedarf wieder ans Haus zurück.

Bild: © Volkswagen AG

Bidirektionales Laden, bekannt als Vehicle-to-Everything (V2X) und Vehicle-to-Grid (V2G), ermöglicht Elektrofahrzeugen, als dezentrale Energieressourcen zu fungieren. Damit könnten E-Autos einen weitreichenden Beitrag zur Energiewende leisten.

Eine aktuelle Studie des Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research hat sich mit den Herausforderungen und Chancen der Technologie beschäftigt. Die Ergebnisse liefern Einblicke in die Positionen der verschiedenen Akteure gegenüber bidirektionalem Laden und zeigen die bestehenden Herausforderungen auf.

Verfügbarkeit und Funktionalität

Demnach spiele die Verfügbarkeit und die Funktionalität von bidirektionalem Laden für Prosumer eine zentrale Rolle bei der Kaufentscheidung und Empfehlung von Elektrofahrzeugen und Ladestationen. Einer der Hauptgründe für die Nicht-Empfehlung eines E-Autos oder einer Ladestation sei das Fehlen der bidirektionalen Ladefähigkeit. Darüber hinaus würden 67 Prozent der befragten Ladestationsbesitzer (sehr) wahrscheinlich eine bidirektionale Ladestation kaufen, wenn diese verfügbar wäre.

Auch unter den PV-Installateuren ist die Nachfrage nach bidirektionalem Laden präsent. So berichten 28 Prozent von ihnen, dass sie bei jeder zweiten Installationsanfrage auf bidirektionales Laden angesprochen würden. Zudem wünschen sich 17 Prozent der Installateure von den Herstellern mehr legislative Klarheit, eine stärkere Implementierung und niedrigere Preise für bidirektionale Ladestationen.

Regulatorischer Rahmen in Deutschland muss nachgebessert werden

Als eine zentrale Hürde für das bidirektionale Laden fehle der umfassende regulatorische Rahmen. In diesem Jahr hat das EU-Parlament wesentliche Gesetze verabschiedet, um diesen Rahmen zu schaffen. Dazu zählt EuPD Research Artikel 33 der Richtlinie zur Änderung der EU-Richtlinien 2018/2001 und 2019/944. Diese verlangt von den Mitgliedsstaaten, regulatorische Rahmenbedingungen für intelligente und bidirektionale Ladepunkte zu schaffen. Außerdem legt Kapitel II, Artikel 4 der Verordnung 2024/1257 Herstellervorgaben für Fahrzeuge mit Systemen für intelligentes und bidirektionales Laden fest.

In Deutschland entwickelt sich der rechtliche Rahmen für bidirektionales Laden hingegen nicht, kritisieren die Marktfortscher. Zwar gebe es keine ausdrücklichen Gesetze, welche die V2X-Technologie verbieten, doch konzentrieren sich die bestehenden Vorschriften hauptsächlich auf den unidirektionalen Stromfluss vom Netz zum Fahrzeug.

"Bidirektionales Laden bietet enormes Potenzial sowohl für den Einzelnen als auch für die gesamte Energiewende," so Mark Hoehner, CEO von EuPD Research. "Unsere Studien zeigen, dass diese Technologie im Markt einen entscheidenden Differenzierungsfaktor darstellt und eine wichtige Rolle bei der Flexibilisierung des Energiesystems spielen kann", resümiert Hoehner. Vorher müssten aber die Hürden bei der Technologieverbreitung, den Preisen und dem rechtlichen Rahmen überwunden werden, so seine Forderung. (am)

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